Amnesty International: Folter alltäglich

Amnesty International: Folter alltäglich

Aus 141 Ländern habe die Organisation in den vergangenen fünf Jahren glaubwürdige Berichte über Folter erhalten, erklärte die Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, Selmin Caliskan, anlässlich der Veröffentlichung des Folterberichts am Dienstag. "In einigen Ländern handelt es sich um Einzelfälle, aber in erschreckend vielen Ländern ist Folter alltäglich."

155 Staaten haben nach Angaben von Amnesty die UN-Antifolter-Konvention von 1984 unterzeichnet, viele hielten sie jedoch nicht ein.

"Die Staaten müssen endlich ihre Doppelmoral beenden", forderte Caliskan. "Das Bekenntnis zum internationalen Folterverbot ist nichts wert, solange viele Staaten Misshandlungsvorwürfen nicht nachgehen, Gerichte erpresste Geständnisse verwerten und Folter straffrei bleibt." Der Bericht zählt 27 Folterarten auf, die sich von Region zu Region unterscheiden. Darunter sind Elektroschocks gegen die Genitalien, Schlafentzug, Schläge, Vergewaltigungen, das Aufhängen an Händen und Füßen, Verbrennungen, Wasserfolter, Sauerstoffentzug, Scheinhinrichtungen und das erzwungene Verharren in schmerzhaften Positionen.

Mit dem Bericht gibt Amnesty den Startschuss zu der internationalen Kampagne "Stop Torture" (Stoppt die Folter). Die Organisation legt den Schwerpunkt dabei auf die fünf Staaten Mexiko, Marokko, Nigeria, Usbekistan und die Philippinen. Sie alle hätten Gesetze gegen die Folter unterzeichnet, würden Gefangene aber weiter quälen. Die Gerichte in Usbekistan etwa stützten sich häufig auf Geständnisse, die unter Folter erpresst wurden. Opfer seien vor allem Mitglieder religiöser Gruppen und oppositioneller politischer Bewegungen. Beschwerden gegen Foltermethoden wie Schläge, Sauerstoffentzug und die Vergewaltigung von Männern und Frauen würden routinemäßig ignoriert.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa