Am 1. Jänner ist die Schonzeit für Reiche vorbei

Am 1. Jänner ist die Schonzeit für Reiche vorbei

Dann ist Schluss mit einem Spitzensteuersatz von 35 Prozent - Obama will den Satz auf 39,6 Prozent anheben. Zusätzlich sollen Kapitalerträge mit bis zu 23,8 Prozent besteuert werden und bestimmte Steuerbefreiungen auslaufen.

Wohlhabende Amerikaner werden den Rest des Jahres bis zum 1. Jänner besser mit Blitzrechnen verbringen, raten Finanzexperten. “Um es mit einem populären Filmtitel zu sagen, so würde sicherlich am besten passen ‘The Fast and the Furious’”, sagt der in Los Angeles ansässige Finanzberater Jeff Saccacio von PricewaterhouseCoopers in New York.

Wer schlau ist, der bereite sich jetzt vor auf den Spätherbst der Steuererleichterungen aus der Bush-Ära. Nicht mehr als gut sechs Wochen stünden dazu zur Verfügung. Er riet dazu, die Investmenterträge der letzten Jahre zu sichten. Es gehe darum, die Erträge nun schneller zu realisieren, empfiehlt Elda Di Re, eine Partnerin von Ernst & Young in New York. Wer erst in den kommenden zwei bis drei Jahren einen Gewinn bei Aktien oder Immobilien mitnehmen wollte, der könne nun eine ganze Menge Geld einsparen, falls er seine Pläne vorziehe.

Börsen reagieren negativ

Die Überlegungen blieben nicht ohne Wirkung an den Aktienmärkten, einen Tag nach der Wiederwahl des Demokraten Obama: Der Standard & Poor’s 500, der seit dem Amtsantritt von Obama im Jahre 2009 um 64 Prozent gestiegen ist, verlor am Mittwoch 2,4 Prozent und schloss auf dem niedrigsten Niveau seit August.

Ab dem kommenden Jahr wird die höhere Besteuerung die Erträge der Aktienanlagen in den USA deutlich beschränken, wie die J.P. Morgan Private Bank berechnet hat. Um 2013 beim Verkauf auf eine bessere Rendite als 2012 zu kommen, müsste sich eine Aktie um mindestens neun Prozent zusätzlich verteuern.

Allerdings riet Finanzberater Saccacio ausdrücklich davon ab, nur zur Umgehung einer höheren Besteuerung nun vermehrt zu verkaufen. Sinnvoll sei es, sich die von vornherein geplante Haltezeit der Aktien im Portfolio nochmals zu verdeutlichen und gegebenenfalls anzupassen.

Zwar habe die Präsidentschaftswahl einige Klarheit gebracht, aber weiterhin müssten besonders wohlhabende Steuerzahler auf Unerwartetes noch vor dem Jahresende vorbereitet sein, riet Beraterin Joanne E. Johnson von der JPMorgan Chase & Co.-Privatbank-Tochter: “Es wird Kompromisse geben, und die sind derzeit nicht voll absehbar”.

Die Demokraten haben die Kontrolle im US-Senat behalten, während die Republikaner ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus hielten. Damit bleibe politischer Gegenwind für Steuererhöhungen zur Haushaltssanierung erhalten. Gemeinsam bliebe es an den beiden Gruppierungen, die so genannten “Fiskalische Klippe” mit automatischen Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen zu vermeiden. Die träten zum Monatsbeginn im Januar in Kraft, wenn sich der Kongress nicht bewegen sollte. Befürchtet wird für diesen Fall eine Kontraktion der Wirtschaft mit allen negativen Folgen.

Einige der neuen Steuererhöhungen kämen aber unabhängig von den Verhandlungen über die Fiskalklippe, sagt Expertin Di Re von Ernst & Young. So wird die neue Gesundheitsgesetzgebung, die der republikanische Herausforderer Mitt Romney nach einer Wiederwahl zurücknehmen wollte, gleich 3,8 Prozent Steueraufschlag auf bestimmte Einkommen wie Kapitalerträge, Zinsen und Dividenden bringen, und zwar für Verheiratete mit einem Haushaltseinkommen von mehr als 250.000 Dollar und Alleinstehende, die mindestens 200.000 Dollar verdienen.

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