Alan Greenspan: "Der Euro ist ein Fehlschlag"

Alan Greenspan: "Der Euro ist ein Fehlschlag"

Die Annahme, dass sich die kulturellen Unterschiede in der Region durch eine Union überbrücken ließen und dass sich Griechen und Italiener ökonomisch wie Deutsche verhalten würden, habe sich “nie” bewahrheitet.

Auf derselben Konferenz in Montreal erklärte Greenspan am Mittwoch, dass eine Neu-Verhandlung der Bedingungen für das griechische Rettungspaket die europäische Schuldenkrise nicht lösen werde. Nur eine “politische Konsolidierung” der 17 Staaten umfassenden Gruppe sei dazu in der Lage.

JPMorgan erneuert Hellas-Warnung

Es wäre “katastrophal”, wenn Griechenland den Euroraum verlassen würde. Das erklärte Daniel Morris, ein Stratege bei JPMorgan, im Interview mit Bloomberg News.

Seiner Ansicht nach besteht eine Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent bis 33 Prozent, dass ein solches Szenario eintritt. Er rechne jedoch eher damit, dass sich das finanziell angeschlagene Land durch die Krise “durchwursteln” werde.

Mit Blick auf Spanien erklärte er, dass die geplante Banken-Rettungsaktion die Situation nur schlimmer machen würde.
Spanien sollte dazu in der Lage sein, die eigenen Schulden zu finanzieren.

Hollande-Apell

Frankreichs Präsident Francois Hollande hat die Griechen dazu aufgerufen, ihre Verpflichtungen gegenüber den internationalen Geldgebern zu erfüllen. Wenige Tage vor der entscheidenden Parlamentswahl am 17. Juni warb er für den Verbleib des Landes in der Eurozone. Sollten die Zusagen nicht eingehalten werden, könnte Griechenland gezwungen werden, das Euroland zu verlassen, sagte Hollande am Mittwochabend dem griechischen Fernsehsender Mega. Das Interview wurde am Donnerstag in der Athener Zeitung "Ta Nea" veröffentlicht.

"Wenn der Eindruck entsteht, die Griechen wollen das Vereinbarte nicht einhalten, dann wird es Länder in der Eurozone geben, die es bevorzugen werden, die Präsenz Griechenlands im Euro(Land) zu beenden", sagte Hollande. Er machte den Griechen Hoffnung, dass ihre Wirtschaft nicht weiterhin schrumpfen werde. "Wir werden Ende Juni mit allen Staats- und Regierungschefs Maßnahmen für Wachstum beschließen. Das wird auch Griechenland betreffen, wenn das Land beschließt in der Eurozone zu bleiben", sagte Hollande weiter.

Der französische Präsident fügte hinzu, er respektiere zwar das Votum des griechischen Volkes bei der Wahl am Sonntag. Eine einseitige Kündigung des vereinbarten Sparprogramms, wie sie sich viele wünschten, wäre nach seinen Worten aber "ein Bruch". Er könne sich dann nicht dafür einsetzen, dass das Land Zuschüsse für Wachstum und Arbeit erhält. "Ich bin Franzose und Freund der Griechen. Ich fordere Sie auf, mir zu vertrauen", sagte Hollande.

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