Intercell-Aktie stürzt nach Verlustwarnung ab

Die Aktie des Wiener Impfstoffentwicklers Intercell ist am Montag nach einer Verlustwarnung rasant abgestürzt und hat ihren Kurs beinahe halbiert. Bis 9.25 Uhr fiel die Aktie an der Wiener Börse um 43,65 Prozent auf 9,50 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit 2006. Wegen Erfolglosigkeit von Wirksamkeitsstudien hatte Intercell die Entwicklung eines Impfpflasters gegen Reisedurchfall aufgegeben.

Dadurch werde der geplante Verlust im Gesamtjahr 2010 erheblich höher als die bisher prognostizierten 40 Mio. Euro ausfallen, teilte Intercell in der Nacht auf Montag mit. Das Unternehmen werde Zahlungen im Zusammenhang mit dem Programm voraussichtlich nicht erhalten und erwarte eine Wertberichtigung der immateriellen Anlagegüter von bis zu 167 Mio. Euro, hieß es. Weiters werden die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im nächsten Jahr um etwa 40 Prozent im Vergleich zu 2010 reduziert.

"Das ist ein extremer Rückschlag für Intercell", sagte der Raiffeisen Centrobank-Analyst Daniel Damaska. Das betroffene Produkt habe auch in der Bewertung der Aktie ein tragendes Gewicht gespielt und war ein wesentlicher Baustein der Cash-Flow-Planung. In der RCB-Bewertung sei es mit etwa sieben Euro berücksichtigt gewesen, damit wird auch das Kursziel stark gesenkt werden, so Damaska. Aus den Prognosemodellen gestrichen werden müssen nun neben den Umsätzen auch die erwarteten Meilenstein-Zahlungen.

Das wichtigste für den RCB-Analysten Damaska ist nun, dass die Partnerschaft mit dem US-Pharmariesen GlaxoSmithKline nicht gefährdet ist. "Sollte hier vom Unternehmen ein klares Signal gesetzt werden, dass es für die Partnerschaft mit GlaxoSmithKline keine negativen Implikationen gibt, dann sieht es besser aus", so der Analyst. Weitere Statements vom Unternehmen erwarten Börsianer von einer für Dienstag angesetzten Analystenkonferenz. Auch wenn die Entwicklung des Pflasters gegen Reisedurchfall gestoppt wurde, "legen die Studien die Weiterverfolgung der Pflaster-Technologie als geeignete Methode zur Immunisierung für zukünftige mögliche Impfstoffkandidaten nahe", teilte Intercell mit.

- APA

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