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Insolvenzverwalter traut sich Einschätzung erst in Wochen zu

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Viele offene Fragen bei der Signa
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Der Insolvenzverwalter der Signa Holding, der Anwalt Christof Stapf, traut sich erst in einigen Wochen eine Einschätzung zu, ob der Plan, die mit 5 Mrd. Euro verschuldete Firma zu sanieren, hält. Erst bei der Berichtstagsatzung am 19. Dezember "wird sich eine Einschätzung treffen lassen, wie realistisch der vorgelegte Finanzplan ist und ob ein Sanierungsplan erfüllt werden kann", erklärte Stapf am Donnerstag in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

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Aus Sicht von Gerhard Weinhofer, Geschäftsführer des Gläubigerschutzverbandes Creditreform Österreich, steht der insolventen Signa-Holding ein "Husarenritt" bevor. Neben der Fortführung des Unternehmens gelte es unter hohem Zeitdruck zu bewerten, ob die angebotene Quote von 30 Prozent für die Gläubiger auf Basis der tatsächlichen Vermögenswerte angemessen ist. Außerdem stelle sich die Frage, ob die Quote tatsächlich bedient werden kann, so Weinhofer im Gespräch mit der APA.

Bei einem Obligo von 5 Mrd. Euro müsste den Gläubigern innerhalb von zwei Jahren rund 1,5 Mrd. Euro gezahlt werden. Der Liquidationswert - jener Wert, der im Fall einer Zwangsverwertung zu erlösen wäre - liegt derzeit jedoch nur bei 314 Mio. Euro. Sollte sich im Rahmen des Sanierungsverfahrens wiederum herausstellen, dass die Vermögenswerte höher zu taxieren sind, sei es unwahrscheinlich, dass sich die Gläubiger mit der Mindestquote zufrieden geben, schätzt Weinhofer.

Zu bedenken gibt der Insolvenzexperte auch, dass die Immobilienwerte der Signa großteils von Banken mit Hypotheken besichert sind. Die Konsequenz: Die Geldhäuser müssen bei einem Verkauf von Liegenschaften vorrangig bedient werden. Dies könne allerdings zu Schwierigkeiten für andere Gläubiger führen, deren Forderungen nicht besichert sind. Gleichermaßen sei es aber nicht im Interesse der Gläubiger, die Immobilien auf den Markt zu werfen und damit den Preis zu drücken.

Für die Bewertung der Assets drängt die Zeit: Schon im Februar - in knapp 90 Tagen - müssen die Gläubiger dem Sanierungsplan der Holding zustimmen. Bis dorthin alle offenen Fragen zu klären, halte er angesichts der Größenordnung der Insolvenz für "sportlich", so Weinhofer. Nicht nur den Insolvenzverwalter, sondern alle Beteiligten, darunter die Gläubigerschützer, erwarte eine "Tour de Force".

Signa-Gruppe: Der Zerfall des Immobilien- und Kaufhaus-Konzerns

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