Inflationserwartungen gehen wieder in die Höhe

Laut der am Donnerstag veröffentlichten vierteljährlichen Umfrage der Notenbank unter Analysten ihrer Geldpolitik rechnen diese 2013 für die Euro-Zone mit einem Preisanstieg von 2,3 Prozent.

In der vor drei Monaten veröffentlichten Umfrage waren lediglich 1,9 Prozent veranschlagt worden. 2013 soll die Teuerung dann auf 1,8 Prozent zurückgehen (Februar-Prognose: 1,7 Prozent). Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht Geldwertstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Aufgrund der Liquiditätsschwemme der Notenbanken, erwarten viele Marktexperten ein deutliches Anziehen der Inflation in den kommenden Jahren. Ziel: Die langsam Entschuldung der Staaten zu Lasten bestehender Vermögen.

EZB würde Zinsen erhöhen

Trotz der Krise in der Euro-Zone wird die EZB laut Chefvolkswirt Peter Praet bei Inflationsgefahren notfalls die Zinsen erhöhen. "Wie bereits in der Vergangenheit wird der EZB-Rat wachsam darauf achten, Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität einzudämmen", sagte Praet am Donnerstag auf einer Konferenz der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Der Leitzins liegt derzeit auf dem historisch niedrigen Niveau von einem Prozent. OeNB-Chef Ewald Nowotny sagte, die Option des Ausstiegs aus der Politik des billigen Geldes sei ständig im Hinterkopf der Notenbanker. "Derzeit ist der Zeitpunkt für einen Ausstieg aber noch nicht gekommen."

Die Inflationsrisiken hatte die Europäische Zentralbank (EZB) jüngst als ausgeglichen bewertet. Praet betonte zugleich, die unkonventionellen Maßnahmen der EZB seien vorübergehender Natur. "Sie sind zudem mit der Verpflichtung verbunden, sie rasch umzukehren, sobald sich die Bedingungen verbessern", ergänzte der Belgier. Zudem stünden die unorthodoxen Maßnahmen - etwa die an den Leitzins gekoppelten langfristigen Geldspritzen der Zentralbank (LTROs) - einer Verteuerung des Zentralbankgeldes nicht im Wege. Die Wirkung der LTRO-Dreijahrestender, über die die Banken mehr als eine Billion Euro abgerufen haben, müsse sich erst noch entfalten.

Die bislang vorliegenden Daten lieferten allerdings ermutigende Signale. EZB-Chef Mario Draghi hatte die Banken ausdrücklich ermutigt, bei den Langfristtendern zuzugreifen. Mit den Geldspritzen sollte die vor einer Rezession stehende Euro-Zone vor einer Kreditklemme bewahrt werden. Zudem konnten die Banken mit dem billigen Geld lukrative Geschäfte mit Schuldtiteln klammer Südländer tätigen, was mit zu einer Beruhigung an den Anleihenmärkten beigetragen haben dürfte. Praet sagte, eine gemeinsame europäische Geldpolitik werde durch die Tatsache erschwert, dass sich die Inflationsraten in den 17 Staaten der Euro-Zone unterschiedlich entwickelten.

Sanfte Rezession in der Euro-Zone wird erwartet

Die Witrtschaft in der Euro-Zone dürfte nach Einschätzung der Ökonomen im laufenden Jahr um 0,2 Prozent schrumpfen. Im Februar hatten sie ein Minus von 0,1 veranschlagt. 2013 soll das Bruttoinlandsprodukt nach Einschätzung der EZB-Analysten um 1,0 (Februar-Prognose: 1,1) Prozent zulegen. Ebenfalls schlechter als zuletzt erwartet dürfte sich nach Meinung der EZB-Analysten die Lage am Arbeitsmarkt entwickeln: Die Arbeitslosenquote soll demnach 2012 bei 11,0 (10,6) Prozent liegen, 2013 bei 10,9 (10,6) Prozent.

Reuters/hahn

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