Trend Logo

Handel leidet unter Inflation: Umsätze 2023 im Minus

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Umsätze im Onlinehandel preisbereinigt um 7,5 Prozent gesunken
©APA/APA/THEMENBILD/GEORG HOCHMUTH
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed

Die Handelsbilanz der Statistik Austria zeigt, dass der Einzelhandel 2023 weiter unter Druck gekommen ist. Die Umsätze sind weiter zurückgegangen. Die Inflation war ein, aber nicht der einzige Grund dafür.

von

Die Umsätze im Einzelhandel sind im vergangenen Jahr in allen Branchen zurückgegangen. Insgesamt sanken die Umsätze inflationsbereinigt im Jahr 2023 um 3,4 Prozent gesunken. Den stärksten realen Rückgang gab es mit 11,5 Prozent im Möbel-, Heimwerkerbedarf- und Elektrowarenhandel, zeigen vorläufige Ergebnisse der Statistik Austria. Auch das Weihnachtsgeschäft war preisbereinigt um 3,9 Prozent unter dem Vorjahr.

"Die Teuerung zehrt das Wachstum im Einzelhandel auf", sagte Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas am Dienstag laut einer Aussendung. Insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel gebe es einen großen Unterschied zwischen nominellen und realen Umsätzen, der vor allem auf die hohen Lebensmittelpreise im abgelaufenen Jahr zurückgehe. Während die Umsätze der Lebensmittelhändler nominell um 8,3 Prozent gestiegen sind, rutschten sie unter Berücksichtigung der Inflation um 1 Prozent ins Minus. Im letzten Vierteljahr sei der Preisauftrieb im Lebensmitteleinzelhandel aber zurückgegangen, so Thomas.

Die Inflation ist jedoch nicht das einzige Problem des Handels. "Der Einzelhandel hat sei Jahren ein Strukturproblem", sagt Ricardo-José Vybiral, CEO des KSV1870. Die Inflation wertet und die daraus folgende Sparsamkeit der Konsumenten wertet er nur als ein weiteres Problemfeld von vielen.

Auch Internethandel und Deutsche Händler klagen

Hohe Einbußen erzielte neben dem Möbelhandel auch der Versand- und Internethandel, wo die Umsätze inflationsbereinigt um 7,5 Prozent eingebrochen sind. Im Buch- und Sportartikelhandel gingen die Umsätze real um 4,2 Prozent zurück, in den Apotheken und im Kosmetikhandel um 3,1 Prozent. Vergleichsweise gut lief es da im Bekleidungs- und Schuhhandel, der lediglich reale Umsatzrückgänge von 0,4 Prozent verzeichnete. Allerdings war auch hier der Unterschied zwischen nominellen (+4,7 Prozent) und realen (-0,4 Prozent) Umsätzen groß.

Auch in Deutschland klagen die Händler über Einbußen aufgrund des zurückhaltenden Konsums. Verschlechtert hat sich dort ebenfalls die Situation im Handel mit Unterhaltungselektronik, mit Bekleidung und mit Fahrrädern. Auch im Lebensmitteleinzelhandel werde sie pessimistischer eingeschätzt. Besonders eingetrübt bleibe das Umfeld bei den Möbelhäusern. Verbesserungen bei der Bewertung der aktuellen Situation habe es im Einzelhandel mit Computern, Software und Zubehör, im Spielwarenhandel sowie bei Drogerie- und Baumärkten gegeben.

Über die Autoren

Logo
Abo ab €16,81 pro Monat
Ähnliche Artikel
Photovoltaikanlagen zunehmend für Eigenbedarf interessant
Nachrichtenfeed
Preise für Strom vom Hausdach sinken rapide
Kocher wollte Bildungskarenz überdenken
Nachrichtenfeed
Keine größeren Reformen mehr im Bereich Arbeit geplant
ÖBB-Logo beim Hauptbahnhof in Wien
Nachrichtenfeed
ÖBB setzen erste Mitarbeiter aus dem Ausland ein
Baukredite haben sich zuletzt spürbar verteuert
Nachrichtenfeed
Mehrere Bundesländer mit Immokredit-Zuschüssen unzufrieden
Laut OMV könnte Gazprom die Lieferungen einstellen
Nachrichtenfeed
Nach OMV-Warnung: 16 Verfahren gegen Gazprom Export bekannt
Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft.
Nachrichtenfeed
Tests mit Wasserstoff in und um Wien nehmen Fahrt auf
Gesetz soll Menschenrechte und Umweltstandards weltweit stärken
Nachrichtenfeed
EU-Lieferkettengesetz final angenommen
Signa-Wirtschaftsprüfer werden geprüft
Unternehmen
Wirtschaftsprüfer der Signa rücken in den Fokus
Bundesforste betreiben etwa auf der steirischen Pretul einen Windpark
Nachrichtenfeed
Bundesforste brauchen immer mehr Mittel gegen Klimawandel
Heimische Verbraucher shoppen immer häufiger bei Temu und Shein
Nachrichtenfeed
Fast jeder zweite Onlineshopper kauft bei Temu, Shein & Co
Seit dem Vorjahr sind manche Lebensmittel wieder billiger geworden
Nachrichtenfeed
Lebensmittel seit Vorjahr teils wieder billiger geworden
Nachrichtenfeed
Chemie-KV: Sozialpartner weisen sich gegenseitig Schuld zu