In der Schweiz platzt die Immo-Bubble

Eigentumswohnungen hätten in den vergangenen Jahren einen "Preisanstieg von beängstigendem Ausmass" verzeichnet, sagte Fredy Hasenmaile vom CS Economic Research anlässlich der Veröffentlichung einer Studie zum Schweizer Immobilienmarkt.

Schwindende Nachfrage und ein starker Zinsanstieg könnten eine Preiskorrektur um 20 bis 25 Prozent auslösen. Im laufenden Jahr sei mit einer solchen Entwicklung allerdings noch nicht zu rechnen. Die Konjunkturabkühlung falle dafür zu moderat aus und die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte die Zinsen weiterhin tief halten.

Falsche Sicherheit

Da Kaufen günstiger sei als Mieten, fragten immer mehr Leute Wohneigentum nach. Rund 40 Prozent der Schweizer Haushalte dürfte Wohneigentum besitzen, sagte Hasenmaile. Dagegen gebe es Absatzprobleme bei Mietwohnungen vor allem im Neubau- und Hochpreissegment. Der Run auf Wohnungen werde durch das Interesse institutioneller Anleger an Renditeliegenschaften noch verschärft. Dadurch komme es zu einer nachfragegetriebenen Überbewertung. Diese Stabilität wiege private wie institutionelle Investoren in einer falschen Sicherheit. "Die Zinsen sind angesichts der Dynamik auf dem Immobilienmarkt zu tief", sagte Hasenmaile. Dies führe zu Kosten- und Marktverzerrungen und lasse daher Verwerfungen erwarten.

Anders sehe es im Bereich der Büroflächen aus, wo nach einer hohen Welle von Projekten vor allem in der Deutschschweiz steigende Leerstände zu erwarten seien. Unternehmen konzentrierten ihre Standorte, wodurch Flächen frei würden, deren Wiedervermietung schwierig werde. Die Westschweizer Büroflächenmärkte blieben dagegen Vermietermärkte.

Im Bereich der Verkaufsflächen dürfte die übermässige Flächenexpansion abgeschlossen sein. Es gebe nur noch eine geringe Zahl von bewilligten Grossprojekten. Der Detailhandel sehe sich schwierigen Verhältnissen ausgesetzt. Der Einkaufstourismus setze vor allem im grenznahen Raum dem Detailhandel zu. Mit Wachstum sei weiterhin im Bereich der Fachmarktzentren zu rechnen.

Reuters/hahn

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