Immobilienentwickler conwert strukturiert massiv um

Der börsenotierte Immobilienentwickler conwert strukturiert massiv um. Die ersten Auswirkungen sind bereits in der Bilanz 2011 sichtbar. Der Nettogewinn nach Minderheitsanteilen verringerte sich noch leicht von 23,8 auf 23,3 Mio. Euro und der Gewinn vor Zu- und Abschreibungen (EBITDA) gab um fast ein Drittel von 184,9 auf 124,8 Mio. Euro nach.

Das Finanzergebnis war angesichts der erstmaligen Vollkonsolidierung der ECO Business-Immobilien AG noch mit 96,2 Mio. Euro negativ (Vorjahresverlust: 91,1 Mio. Euro). Das Betriebsergebnis (EBIT) hingegen verbesserte sich um 16,1 Prozent auf 119,8 Mio. Euro. Der Gewinn vor Steuern (EBT) verdoppelte sich nahezu von 12,1 auf 23,6 Mio. Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab.

"Wir haben unsere internen Strukturen bereinigt und unsere Bilanz aufgeräumt", sagte der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Johannes Meran (Bild), bei der Bilanzpressekonferenz in Wien. Heuer will er den Gewinn vor Steuern (EBT) auf rund 50 Mio. Euro erneut verdoppeln.

Der Dividendenvorschlag für 2011 an die Hauptversammlung am 31. Mai: 20 Cent je Aktie - im Vorjahr waren es 30 Cent. Gegen Jahresende soll es heuer allerdings - nach der geplanten Kapitalherabsetzung - zusätzlich zu einer steuerbegünstigten Sonderausschüttung von 15 Cent je Aktie kommen.

"Wir haben auch dieses Mal nicht radikal abgewertet und wir haben die Entschuldung des Unternehmens vorangetrieben", so Meran. Der innere Wert des Unternehmens (Net Asset Value, NAV) habe sich um 6,2 Prozent auf 18,35 Euro je Aktie erhöht. Die langfristigen Verbindlichkeiten sanken von 1,642 Mrd. auf 1,465 Mrd. Euro, die kurzfristigen von 578 Mio. auf 463 Mio. Euro. Das Eigenkapital verringerte sich im Jahresabstand von 1,330 Mrd. auf 1,248 Mrd. Euro.

Intern wurde eine Neuorganisation durchgezogen, um effizientere Strukturen zu schaffen. In Österreich wurde ein neues Führungsteam eingesetzt. Teil der Umstrukturierung war eine massive Kostensenkung. Der Personalaufwand wurde den Angaben zufolge um 9,9 Prozent gesenkt, der Verwaltungsaufwand um 19,9 Prozent. Deutlich mehr investiert als zuletzt wurde hingegen in die Instandhaltung der Immobilien (plus 7,8 Prozent).

Die Vermietungserlöse erhöhten sich im Jahresabstand um 11,9 Prozent auf 210 Mio. Euro. Die Nettoveräußerungserlöse stiegen um 55,9 Prozent auf 852,9 Mio. Euro. Die Umsatzerlöse aus Dienstleistungen gaben hingegen um 14,2 Prozent auf 29,5 Mio. Euro nach. Dies sei durch die erstmalige Vollkonsolidierung der ECO Business-Immobilien AG im Jahr 2011 zu erklären - die für die ECO erbrachten Dienstleistungen seien nun zu den internen Dienstleistungen zugerechnet worden, so conwert. Die Umsatzerlöse legten um 55,9 Prozent auf 852,9 Mio. Euro zu.

Der Wert des Immobilienportfolios verringerte sich zum Stichtag 31. Dezember im Jahresabstand von 3.238,3 Mio. auf 2.828,6 Mio. Euro. 621,7 Mio. Euro davon entfielen auf Immobilien der ECO. Die 1.666 Objekte (2010: 1.811) der conwert wiesen eine Gesamtnutzfläche von rund 2,15 Mio. Quadratmeter aus (2010: rund 2,5 Mio. Quadratmeter).

"Wir haben unseren Bewertungsauftrag neu vergeben und für 2011 neu ausgeschrieben", berichtete Meran. Die Immobilien in Deutschland bewertete CB Richard Ellis (CBRE), jene in Österreich und allen übrigen Regionen Cushman & Wakefield. In Deutschland überwogen die Aufwertungen im Volumen von 58,6 Mio. Euro die Abwertungen (48,1 Mio. Euro), in Österreich war es umgekehrt: Abwertungen im Volumen von 33,8 Mio. Euro standen Aufwertungen von nur 25,3 Mio. Euro gegenüber. in der ECO seien insgesamt 31 Mio. Euro an Abwertungen vorgenommen, von denen 14,1 Mio. Euro bei der conwert schlagend werden.

Insgesamt sei es der conwert 2011 gelungen, die Abhängigkeit von Verkäufen massiv zurückzufahren und die Profitabilität des Portfolios zu steigern. Hinter den Aufwertungen von 87,7 Mio. Euro stünden Mietsteigerungen von 3 bis 3,2 Prozent. Dem stehen laut conwert Einmaleffekte aus Abwertungen von 79,7 Mio. Euro gegenüber.

- APA

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