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IHS-Chef Bonin schlägt flexiblen Metaller-Abschluss vor

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Die Verhandlungen zum Metaller-KV gehen heuer heiß her
©APA/APA/dpa-Zentralbild/Waltraud Grubitzsch
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Der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS), Holger Bonin, bringt in den laufenden Verhandlungen über einen neuen Metaller-Kollektivvertrag einen "möglichst flexiblen" Abschluss ins Spiel. Es gebe zwar Unternehmen, die sich einen Abschluss in der Höhe der Inflation von 9,6 Prozent leisten könnten, andere aber nicht. Er schlägt daher vor, dass diese "nach unten abweichen", um Beschäftigung zu sichern, wie er in der ORF-"Pressestunde" am Sonntag sagte.

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Der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS), Holger Bonin, bringt in den laufenden Verhandlungen über einen neuen Metaller-Kollektivvertrag einen "möglichst flexiblen" Abschluss ins Spiel. Es gebe zwar Unternehmen, die sich einen Abschluss in der Höhe der Inflation von 9,6 Prozent leisten könnten, andere aber nicht. Er schlägt daher vor, dass diese "nach unten abweichen", um Beschäftigung zu sichern, wie er in der ORF-"Pressestunde" am Sonntag sagte.

Bonin verwies auf sogenannte Öffnungsklauseln, die es in anderen Ländern gebe für Unternehmen, die sich die Lohnerhöhung nicht leisten können. Seiner Vorstellung nach könnte sie etwa mit einem Antrag des betroffenen Unternehmens bei den Sozialpartnern erfolgen.

Wie Bonin sagte, könne er sich aber nur "schwer praktisch vorstellen, dass der Abschluss sehr weit unter der Inflationsrate liegt". Denn auch die Gewerkschaft habe Erwartungen zu bedienen.

Zu den bei den Gewerkschaften unbeliebten Einmalzahlungen sagte der Ökonom, dass man im Kollektivvertrag vereinbaren könnte, dass diese Zahlungen bei den Verhandlungen im Jahr darauf miteinbezogen werden. Darüber hinaus könnte auch eine Wahloption, die Lohnerhöhung in weniger Arbeitsstunden, also in mehr Freizeit umzuwandeln, für beide Seiten attraktiv sein - sie hätte zudem eine inflationsdämpfende Wirkung, so Bonin.

Durch den Nahost-Konflikt könnte sich der von den Wirtschaftsforschern prognostizierte Aufschwung 2024 verzögern. "Wenn sich jetzt die Risiken mit dem Israel-Konflikt materialisieren, wird dieser Umschwung später kommen", sagte Bonin. Ob es zu weltweiten Auswirkungen kommt, hänge vom Ölpreis ab und davon, ob der Iran in den Konflikt miteinbezogen wird.

Eine Ölkrise wie in den 70er-Jahren sieht Bonin aber nicht aufziehen, dafür seien die OPEC-Staaten nicht mehr so homogen wie vor 50 Jahren und es gebe mit den USA und Norwegen andere wichtige Lieferländer. Gefahr für die Lieferketten sieht Bonin aufgrund der Tatsache, dass zwei wichtige Handelsverbindungen, der Suezkanal und die Straße von Hormus, in dieser Weltregion verlaufen.

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