"Ich bin meistens nur neben der Tanzfläche gestanden"

"Ich bin meistens nur neben der Tanzfläche gestanden und habe mitgewippt. Ich habe auch nur ein Glas Wasser getrunken." So erinnerte sich der frühere BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner in einem Interview mit "Kronen-Zeitung" (Sonntag-Ausgabe) an einen Besuch in der "Eden Bar", der in den vergangenen Tagen für mediale Aufregung gesorgt hatte. Vorwürfe einer "rauschenden Partynacht" weisen Elsner und seine Frau Ruth laut "Krone" und "Kurier am Sonntag" von sich.

Elsners Frau Ruth erklärte im "Krone"-Gespräch: "Die US-Anwälte meines Mannes hielten sich in Wien auf und wollten noch etwas von der Stadt sehen. Helmut und ich waren nur eine Stunde in der 'Eden-Bar'. Das Foto ist entstanden, als er nur ein kurzes Tänzchen mit einer langjährigen Freundin der Familie machte. Man versucht offenbar uns zu schaden, da mein Mann jetzt mit seinen Anwälten eine Klage gegen die BAWAG in den USA eingebracht hat."

Elsner, der wegen Haftunfähigkeit auf freiem Fuß ist, war am vergangenen Mittwoch laut Medienberichten um halb drei Uhr in der Früh beim Tanzen in der Wiener Eden-Bar fotografiert worden. Gegenüber dem "Kurier am Sonntag" relativierte Ruth Elsner: "Das Ganze hat eineinhalb Minuten gedauert. Und es war nicht um halb drei Uhr Früh, sondern um ein Uhr."

Mit der öffentlichen Debatte um diesen Auftritt in der Nachtbar wolle man ihren Mann "mundtot machen", sagte Elsners Frau dem "Kurier", weil er "etwas aufrührt". Dass die Sache nach hinten losgehen und Helmut Elsner zurück ins Gefängnis befördern könnte, glaubt Ruth Elsner nicht. Ihr Mann sei nach wie vor krank: "Er ist kurzatmig und seine Füße schwellen an."

Überprüfung des Gesundheitszustandes

Die zuständige Richterin am Landesgericht für Strafsachen in Wien ließ am Donnerstag einen ärztlichen Sachverständigen beauftragt, Helmut Elsners Gesundheitszustand zu überprüfen. Elsner war 2010 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Im Juli 2011 wurde er aber wegen Herzproblemen als "vollzugsuntauglich" eingestuft und freigelassen.

Zuletzt sei Elsners Gesundheitszustand im Sommer 2011 überprüft worden, berichteten am Freitag die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN). Sollte es ihm inzwischen bessergehen, müsste er wieder seine Freiheitsstrafe antreten, zitiert die Zeitung Alois Birklbauer, Professor am Institut für Strafrecht an der Linzer Kepler-Universität. Laut Wiener Landesgericht habe der Gutachter sechs Wochen Zeit für seine Expertise, lasse er sich nicht freiwillig untersuchen, werde er vorgeladen, so die Zeitung.

Das BZÖ will nach den jüngsten Vorwürfen in Sachen BAWAG will BZÖ-Mandatar Stefan Petzner den "Kriminalfall" völlig neu aufrollen. Es sei nicht auszuschließen, dass ein Großteil des Geldes von Investmentbanker Wolfgang Flöttl in verschiedene politische Richtungen verteilt worden sei. Petzner glaubt auch, dass Berichte über das nächtliche Tanzen von Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner in der Eden Bar nicht zufällig gerade jetzt an die Öffentlichkeit kämen: "Ich vermute vielmehr, es wird hier ganz gezielt versucht einzuschüchtern, um die öffentliche Diskussion und vor allem die Aufklärung der neuen Vorwürfe zu verhindern", so Petzner in einer Aussendung vom Samstag.

APA

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