Hollandes Schattenkabinett: Veteranen und Power-Frauen

Francois Hollande ist noch nicht offiziell zum Präsidenten Frankreichs ausgerufen, da wird bereits heftig über die mögliche Zusammensetzung seiner Regierungsmannschaft spekuliert. Und das Gedränge ist groß: Sozialistische Parteiveteranen, Power-Frauen und Newcomer:

Jean-Marc Ayrault (62): Der langjährige Fraktionschef der Sozialisten in der Nationalversammlung gilt als Favorit für das Amt des Premierministers. Er zählt zu den engen Vertrauten Hollandes. Als Deutschlehrer hat der Bürgermeister von Nantes die Beziehungen zwischen Paris und Berlin nachhaltig beeinflusst.

Martine Aubry (61): Die Tochter des EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors war bereits Arbeits- und Sozialministerin. Sie ist seit 2001 Bürgermeisterin der nördlichen Industriemetropole Lille als Nachfolgerin von Ex-Premier Pierre Mauroy und seit 2008 Parteichefin der Sozialistischen Partei (PS). Sie wird wie Ayrault als Nachfolgerin des derzeitigen Premierministers Francois Fillon gehandelt. Das Verhältnis zwischen Hollande und Aubry ist jedoch seit den parteiinternen Vorwahlen um die Präsidentschaftskandidatur der Sozialisten gespannt. Aubry hatte sie überraschend verloren.

Laurent Fabius (65): Der ehemalige Premierminister (1984-86) und frühere Parlamentspräsident und Parteichef zählt nicht zu den Freunden Hollandes. Seine Erfahrung als Premierminister sowie als Minister für Wirtschaft, Finanzen und industrielle Entwicklung machen ihn jedoch zu einem Schwergewicht der Partei. Er vertrat Hollande während des Wahlkampfs im Ausland und wird als möglicher Außenminister gehandelt.

Pierre Moscovici (54): Der ehemalige Europaminister leitete den Vorwahlkampf für Hollande. Der Fachmann für Wirtschaftsfragen könnte ein möglicher Anwärter für den Posten des Premierministers, des Wirtschafts- oder des Außenministers sein.

Arnaud Montebourg (49): Der Abgeordnete hatte wie Aubry erfolglos um die Präsidentschaftskandidatur der Sozialisten gekämpft. Er ist am linken Flügel der Partei anzusiedeln. Er gilt als möglicher Justizminister.

Michel Sapin (60): Das Mitglied mehrerer früherer Regierungen ist seit 30 Jahren mit Hollande befreundet. Als Ex-Wirtschaftsminister wird er als Kandidat für dieses Ressort gehandelt.

Delphine Batho (39), Najat Vallaud-Belkacem (34) gehören zu den möglichen Vertreterinnen der jüngeren Generation. Die beiden Sozialistinnen gehörten zum Sprecherstab Hollandes im Wahlkampf.

Ségolène Royale (59): Die Präsidentin der Atlantikregion Poitou-Charentes und frühere Richterin am Verwaltungshof war Kandidatin der Sozialistischen Partei für die Präsidentenwahl 2007 und wollte in diesem Jahr erneut antreten. Sie scheiterte allerdings schon in der Vorwahl. Die ehemalige Lebensgefährtin Hollandes und Mutter seiner Kinder hofft auf den Vorsitz der PS-Fraktion in der Nationalversammlung.

APA

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