Haselsteiner steigt bei Conwert groß ein

Der Bauindustrielle Hans-Peter Haselsteiner hat über seine Familienstiftung die Kontrolle über das größte Aktienpaket des börsenotierten Altbaudevelopers Conwert übernommen, ließ der bisherige kontrollierende Aktionär Petrus Advisers am Mittwoch mitteilen.

Die Stiftung plane, "ihren Anteil an Conwert weiter auszubauen und als dauerhaftes Familien-Investment zu halten", heißt es in der Aussendung.

Petrus Advisers hat 2010 über eine Holdingstruktur den größten Aktienanteil an der Conwert Immobilien Invest SE vom Wiener Immobilienentwickler Günter Kerbler erworben. An der übernehmenden Gesellschaft waren Haselsteiner und andere stille Gesellschafter beteiligt. Nun kauft die Haselsteiner-Stiftung 76 Prozent der Stimmrechte in dieser Gesellschaft. Das Vehikel kontrolliert aktuell 19,8 Prozent an der Conwert. Die kartellrechtliche Zustimmung steht noch aus.

Die Übernahme der Stimmrechte durch die Haselsteiner-Stiftung bedeutet, dass diese über eine qualifizierte Mehrheit in der Gesellschaft verfügt und damit faktisch allein entscheiden kann, hieß es am Mittwoch zur APA. Petrus Advisers-Chef Klaus Umek erklärte der Kontrollerwerb durch Haselsteiner sei "der von uns empfohlene, logische nächste Schritt im Sinne der langfristigen Investmentstrategie" der Haselsteiner Familien-Privatstiftung (HFPS).

Petrus Advisers hält die restlichen 24 Prozent an der Beteiligungsgesellschaft, die mit 19,8 Prozent größter conwert-Aktionär ist. Johannes Meran, Partner von Petrus Advisers und Verwaltungsratsvorsitzender der conwert, werde "auch in Zukunft mit der HFPS an einer Wertsteigerung des Unternehmens im Sinne aller Aktionäre arbeiten", hieß es in der Aussendung. Dies dürfte bedeuten, dass Meran bis auf weiteres Verwaltungsratschef bleibt. Die Einladung zur ordentlichen Hauptversammlung ist noch nicht veröffentlicht.

"Es ist uns bei conwert in den letzten 12 Monaten gelungen, notwendige Restrukturierungsschritte und Maßnahmen zur Wertsteigerung umzusetzen und das Unternehmen wieder bezüglich Kosten-, Kapitalstruktur und Aufbauorganisation als führendes defensives Wohnimmobilienunternehmen in Deutschland und Österreich zu positionieren", so Meran in der Mitteilung.

Seit dem Wechsel des Hauptaktionärs hat die conwert zweimal ihre Vorstandsvorsitzenden gewechselt, ihre Strategie deutlich verändert und stärker am "shareholder value'" ausgerichtet. Unternehmensstrukturen wurden schlanker gemacht, Verkäufe forciert, Zukäufe zurückgenommen und verstärkt eigene Aktien gekauft. Dies hat sich bisher im Aktienkurs freilich nicht widergespiegelt. Er liegt weiter unter dem inneren Wert des Papiers (15,07 Euro "Net Aset Value"/NAV) bei 8,59 Cent. Im April 2010 beim Einstieg der Investorengruppe war der Kurs bei etwa 8,70 Euro gelegen.

APA/hahn

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