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Handels-KV - Ökonomen mit Einigung auf 8,4 Prozent zufrieden

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Die gestrige Einigung auf ein Lohn- und Gehaltsplus für die 430.000 Handelsangestellten von durchschnittlich 8,4 Prozent - bei einer zurückliegenden Jahresinflation von 9,2 Prozent - stößt bei den Wirtschaftsforschern von Wifo und IHS auf Zustimmung. Es sei ein guter Abschluss, der den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung trage. IHS-Direktor Holger Bonin hätte sich hingegen mehr Zurückhaltung bei den Lohnabschlüssen des Bundes erhofft.

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Die gestrige Einigung auf ein Lohn- und Gehaltsplus für die 430.000 Handelsangestellten von durchschnittlich 8,4 Prozent - bei einer zurückliegenden Jahresinflation von 9,2 Prozent - stößt bei den Wirtschaftsforschern von Wifo und IHS auf Zustimmung. Es sei ein guter Abschluss, der den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung trage. IHS-Direktor Holger Bonin hätte sich hingegen mehr Zurückhaltung bei den Lohnabschlüssen des Bundes erhofft.

Man merke im öffentlichen Bereich, dass die Konkurrenz fehle, für die guten Abschlüsse müsse nun der Steuerzahler aufkommen. Im Handel hingegen hätten die Sozialpartner ausgewogen abgeschlossen, denn die Branche spüre die Onlinekonkurrenz, es habe viele Insolvenzen gegeben, meinte Bonin in der "ZIB2" von Mittwochnacht. Die hohen Staatsausgaben durch vergleichsweise hohe Pensionen und KV-Erhöhungen im Sozialbereich würden die Inflation antreiben und ein Loch in das Budget reißen. Beim Staat gebe es jedenfalls noch Einsparungspotenzial, etwa durch die Beseitigung klimaschädlicher Steuererleichterungen oder Änderungen bei der Pendlerpauschale.

In Österreich gebe es seit vier Jahren einen Wohlstandsverlust, hier habe die Corona-Pandemie sehr viel Geld gekostet. Wenn es gut geht, könne Österreich 2024 das BIP-Niveau von vor der Corona-Krise erreichen, "vielleicht dauert es aber auch noch ein Jahr länger", meinte der Ökonom des Institutes für Höhere Studien (IHS).

Wifo-Experte Benjamin Bittschi begrüßte heute im "Ö1-Morgenjournal" ebenfalls die Einigung im Handel. Es sei ein Kompromiss, mit dem beide Seiten gut leben könnten. Und er sei unter schwierigen Bedingungen zustande gekommen.

Gestern Abend haben sich die Sozialpartner in der siebenten Verhandlungsrunde auf die Kollektivvertrag (KV) im Handel für 2024 geeinigt. Die Erhöhung der Löhne und Gehälter beträgt je nach Einkommen zwischen 8,3 und 9,2 Prozent, im Schnitt gut 8,4 Prozent. Die Lehrlingseinkommen steigen um 10 Prozent, das Mindestgehalt steigt von 2.000 auf 2.124 Euro brutto.

Der Lebensmitteldiskonter Lidl hat heute bekanntgegeben, dass er das Einstiegsgehalt deutlich über den neuen Kollektivvertrag anheben wird, und zwar auf 2.400 Euro. "Weiterhin gilt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Lidl Österreich eine freiwillige Überzahlung von mindestens 5 Prozent auf den jeweils gültigen Kollektivvertrag", so der Diskonter.

Die Gewerkschaft war mit der Forderung nach einem Gehaltsplus von 11 Prozent in die KV-Verhandlungen gegangen. Die Arbeitgeber hatten ihr Eröffnungsangebot erst in der dritten Runde mit einem Plus von 5 Prozent und einer Einmalzahlung von 800 Euro gelegt.

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