Haftunfähig: Helmut Elsner kommt frei

Helmut Elsner ist ein freier Mann. Der im BAWAG-Prozess zu zehn Jahren Haft verurteilte Ex-BAWAG-Generaldirektor ist nach viereinhalb Jahren hinter Gittern enthaftet. Das Gericht hatte am Donnerstag Haftunfähigkeit bei dem 76-Jährigen erkannt, die Staatsanwaltschaft verzichtete am Freitag auf Rechtsmittel. Elsner ist offiziell haftunfähig, er bleibt vorerst im Wilhelminenspital in Wiener 16.

"Ausschlaggebend für unsere Entscheidung ist die internistisch-kardiologische Situation bei Herrn Elsner. Den Standard, den er benötigt, können wir ihm nicht bieten" meinte der Leiter der Wiener Oberstaatsanwaltschaft, Werner Pleischl, unter Verweis auf medizinische Gutachten, die bei Elsner einen erheblich verschlechterten Gesundheitszustand festgestellt hatten, der in der Justizanstalt Wien-Josefstadt nicht mehr entsprechend behandelt werden könne.

Elsner wird allerdings vorerst weiter im Wilhelminenspital verbleiben und wünscht keinerlei Kontakt zu Medienvertretern, wie seine Ehefrau Ruth Elsner heute im Gespräch mit der APA betonte. Ihr Mann, den sie zuletzt am Donnerstag besucht hatte, habe auf die jüngsten Entwicklungen und die sich abzeichnende Freilassung "natürlich positiv" reagiert, sagte Ruth Elsner gegenüber der APA: "Aber er ist sehr erschöpft. Jetzt fällt der ganze Druck von ihm ab, der sich in den vergangenen Wochen aufgebaut hat."

Die Enthaftung aus medizinischen Gründen ist allerdings keine endgültige. Der nachträgliche Strafaufschub wegen Haftunfähigkeit wurde ausdrücklich nur "bis zur Beendigung dieses Zustands" genehmigt. Das Gericht ordnete eine neuerliche Untersuchung Elsners auf eine allfällig weitergehende Vollzugsuntauglichkeit in acht Monaten an. Ein "Nachsitzen" erscheint im Hinblick auf das in dieser Woche vorgelegte neurologische Gutachten des Sachverständigen Heinrich Pfolz insofern unwahrscheinlich, als dieser beim schwer herzkranken Elsner bereits "neurologische Ausfallserscheinungen" festgestellt hat.

- APA

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