Großes Aufatmen nach Griechenland-Gipfel

Mit dem weitreichenden Hilfspaket für Griechenland haben die Euro-Staaten vorerst für Ruhe an den Finanzmärkten gesorgt. Der Euro schoss in die Höhe und auch die Aktienmärkte legten weltweit zu. Händler sprachen von einem "Befreiungsschlag". Finanzministerin Fekter sieht den Beschluss des Euro-Gipfels als Beweis, "dass das Management der Eurozone funktioniert".

Mit den neuen Kompetenzen für den provisorischen Rettungsschirm EFSF seien die Antikrisen-Instrumente wesentlich flexibler geworden, neben dem Fonds werde es eine Art Marshallplan geben und die Regierungschefs hätten sich feierlich verpflichtet, ihre Haushalte in Ordnung zu bringen, so Fekter. Sie trat Befürchtungen entgegen, dass die neuen Ermächtigungen für den EFSF dazu führen könnten, dass sich die Institution zum Staatsfinanzierer der Eurozone entwickelt. "Die Finanzminister werden es nicht zulassen, dass der EFSF zu einer Bad Bank wird und Schrottanleihen kauft", sagte sie.

Österreich werde die im Rahmen des ersten Hilfspakets ausgezahlten bilateralen Kredite in voller Höhe und mit Zinsen wie vereinbart zurückbekommen, zeigte sich die Finanzministerin überzeugt. Die Euroländer und der IWF haben bisher 65 Mrd. Euro an Griechenland ausgezahlt - 110 Mrd. hätten es im ersten Paket werden können. Die bilateralen Kredite laufen über 7,5 Jahre, die Rückzahlungen beginnen 2013 und laufen bis Juni 2018. Österreich hat den Griechen bisher 1,2 Mrd. Euro in fünf Tranchen bezahlt, die restlichen Raten bis zu den vereinbarten 2,3 Mrd. Euro müssen nun nicht mehr bilateral überwiesen werden, und werden in den EFSF eingebracht, der die Finanzierung übernimmt. Für den EFSF steht Österreich mit Garantien mit bis zu 21,6 Mrd. Euro gerade.

Nationalbank-Gouverneur Nowotny begrüßte am Freitag die nächtlichen Euro-Gipfelbeschlüsse. "Das Ergebnis hat schon zu einer deutlichen Beruhigung der Märkte geführt", sagte Nowotny. "Griechenland ist jetzt auf zehn Jahre vom Kapitalmarkt genommen worden". Damit stiegen die Chancen für eine tatsächliche Sanierung, die Erfüllung der Kreditauflagen der Gläubiger (IWF und EU-Kommission) und die Rückzahlung der Kredite. Die Einigung nütze auch anderen schuldenbeladenen Ländern wie Portugal und Irland, etwa was die Möglichkeit von Zinssenkungen betreffe.

Ungeachtet aller Bemühungen will die Ratingagentur Fitch griechische Staatsanleihen wie angekündigt für kurze Zeit herabstufen und kurzfristig von einem "beschränkten Kreditausfall" (Restricted Default) ausgehen.

- APA

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