Griechenlands Schuldenkrise verschärft sich

Weiterhin düstere Aussichten für die griechische Wirtschaft. Die Wirtschaftsleistung werde im nächsten Jahr um 2,5 Prozent sinken, geht aus einem am Montag veröffentlichten griechischen Budgetentwurf hervor. Auch die mit den Geldgebern vereinbarten Defizitziele in diesem und im kommenden Jahr wird Griechenland verpassen. Die Arbeitslosigkeit ist weiterhin am Steigen.

Der Budgetentwurf sieht eine Verschuldung von 356,5 Mrd. Euro vor, was 161,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. 2012 werde der griechische Staat dann mit 371,9 Mrd. Euro bzw. 172,7 Prozent des BIP noch stärker verschuldet sein. Die Wirtschaftsleistung wird im laufendem Jahr um 8,5 Prozent schrumpfen, wie das Finanzministerium mitteilte. Im Gegenzug für internationale Hilfen hatte die Regierung einem Defizitziel von 7,6 Prozent zugestimmt.

Für das kommende Jahr rechnet Griechenland mit einem Defizit von 6,8 Prozent - statt der vereinbarten 6,5 Prozent. Auch bei der Entwicklung der Wirtschaftsleistung dürfte Griechenland schlechter abschneiden als zunächst angenommen. Die Regierung rechnet mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 5,5 Prozent in diesem und 2,0 bis 2,5 Prozent im kommenden Jahr.

Dies deckt sich zwar mit den im September veröffentlichten Weltwirtschaftsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF). In den Verhandlungen über das Rettungspaket im Juli war jedoch ein Wachstum für 2012 einkalkuliert worden. Durch das Verpassen der Budgetziele dürfte Griechenland fast zwei Milliarden Euro zusätzlich benötigen, um seine Ausgaben allein in diesem Jahr zu decken.

Die griechische Regierung sieht den Einbruch der Wirtschaft als maßgeblichen Grund für das Verpassen der Defizitziele. Den Geldgebern zufolge ist die Regierung durch eine mangelnde Umsetzung von Strukturreformen aber ebenso verantwortlich.

Unterdessen haben Zweifel an der Rettung Griechenlands die internationalen Börsen am Montag auf Talfahrt geschickt. Vor allem Finanzwerte zogen die Aktienmärkte in Europa und Asien nach unten. Der Euro fiel auf ein Mehrmonats-Tief.

- APA

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