Griechenlands Euro-Austritt für Ewald Nowotny undenkbar

Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, Ewald Nowotny, hält einen Austritt aus der Eurozone für "technisch und ökonomisch nicht denkbar". Das sagte er gegenüber dem Magazin "profil". Aktuell kursierende Planspiele, wonach sich hoch verschuldete Euroländer zeitweise ausklinken könnten, um dann durch Abwertung der Währung die Exporte anzukurbeln, hält das EZB-Ratsmitglied für "Unsinn".

"Die Bürger dieser Länder würden sofort die Banken stürmen, um ihr Erspartes in Sicherheit zu bringen, was dann sofort zum Zusammenbruch dieser Banken führen würde", wird Nowotny zitiert. Dazu komme der Nachteil, dass der ausgetretene Staat seine bestehenden Schulden weiterhin in Euro zurückzahlen müsste. Und wer würde etwa in griechische Staatsanleihen investieren, die in Drachmen notieren?

Auch der Wirtschaftsweise Peter Bofinger warnte: "Der Austritt aus der Währungsunion wäre mit einem hohen Risiko verbunden", sagte er der "Passauer Neuen Presse". "Die technische Umsetzung wäre sehr schwierig. Das neue Bargeld müsste erst einmal gedruckt und geprägt, die elektronische Umstellung bewältigt werden. Es würde zu einer enormen Kapitalflucht aus Griechenland kommen", sagte des Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung.

Zudem sei völlig unklar, ob die Schulden Griechenlands in Euro gerechnet oder in Drachmen umgerechnet würden. "Für Griechenlands Gläubiger sind beide Varianten schlecht: Drachmenschulden verlieren massiv an Wert, Euroschulden werden die Griechen mit ihrer abgewerteten Drachme nicht in vollem Umfang zurückzahlen können. Ein Austritt aus der Währungsunion hätte dem Experten zufolge jedoch den Vorteil, dass die griechische Wirtschaft über Nacht wieder wettbewerbsfähig wäre.

- APA

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