Griechenland braucht frische 90 Mrd. Euro

Zur Vermeidung einer Staatspleite benötigt das hoch verschuldete Griechenland laut EU-Diplomaten 90 Mrd. Euro zusätzlich an Finanzhilfen. Die Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission hält es in ihrem Prüfbericht, der mehreren Medien am Mittwoch vorlag, für nahezu ausgeschlossen, dass Griechenland 2012 auf die Finanzmärkte zurückkehrt.

Die von Athen geplanten Privatisierungen sollten für ein Drittel der derzeit benötigten Finanzmittel ausreichen und 30 Mrd. Euro einbringen, hieß es am Mittwochabend aus diplomatischen Kreisen in Brüssel. Ein weiteres Drittel soll demnach aus Krediten der Eurozone und des Internationalen Währungsfonds (IWF) stammen und das letzte Drittel von privaten Gläubigern wie Banken. Besonders dieser Punkt ist umstritten.

Der luxemburgische Ministerpräsident Juncker, der auch Chef der Eurogruppe ist, forderte eine "Neubelebung" der griechischen Anstrengungen zur Beilegung der Schuldenkrise. "Wir erkennen den von der griechischen Regierung bisher erreichten bedeutsamen Fortschritt an", erklärte Juncker nach einer Telefonkonferenz mit den Euro-Finanzministern. Weitere Anstrengungen zur Haushaltskonsolidierung seien aber erforderlich.

Laut der Troika scheint die Rezession in Griechenland "etwas tiefer und länger auszufallen als anfangs angenommen". Nach einem kraftvollen Anfang im Sommer 2010 sei die Umsetzung des Sparprogramms in den vergangenen Quartalen zum Stillstand gekommen. Die Wirtschaftsaktivität sei 2010 um viereinhalb Prozent geschrumpft. Der Rückgang habe vor allem die Binnennachfrage betroffen, der Außenhandelssektor sei dagegen dynamisch gewesen.

Griechenland wurden vor rund einem Jahr internationale Notkredite über insgesamt rund 110 Mrd. Euro zugesprochen. Dennoch kann das Land seinen Schuldenberg von mehr als 350 Mrd. Euro bisher nicht wie vereinbart abtragen. Die EU prüft daher derzeit ein neues Hilfspaket. Eine Entscheidung darüber könnten die EU-Finanzminister am 20. Juni oder aber die Staats- und Regierungschefs beim anstehenden EU-Gipfel am 23. und 24. Juni treffen.

- APA

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