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Grazer AVL kündigt 70 Mitarbeiter und spart 130 Stellen ein

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AVL reduziert Mitarbeiterstand in Graz von 4.300 auf 4.100
©APA/APA/AFP/ALEX HALADA
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Der steirische Technologiekonzern AVL List wird noch im März am Hauptsitz in Graz 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kündigen sowie bis Jahresende weitere 130 Jobs nicht besetzen, die beispielsweise durch Pensionierungen frei werden. Das hat das Unternehmen am Dienstag gegenüber der APA bekannt gegeben. Neben den rund 200 eingesparten Stellen wurde mit dem Betriebsrat auch eine Einigung erzielt: Die Wettbewerbs- und Beschäftigungssicherungsklausel soll angewandt werden.

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Der steirische Technologiekonzern AVL List wird noch im März am Hauptsitz in Graz 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kündigen sowie bis Jahresende weitere 130 Jobs nicht besetzen, die beispielsweise durch Pensionierungen frei werden. Das hat das Unternehmen am Dienstag gegenüber der APA bekannt gegeben. Neben den rund 200 eingesparten Stellen wurde mit dem Betriebsrat auch eine Einigung erzielt: Die Wettbewerbs- und Beschäftigungssicherungsklausel soll angewandt werden.

Konzernsprecher Markus Tomaschitz schilderte im Gespräch mit der APA, dass "die hohen Personal- und Energiekosten" für ein international agierendes Industrieunternehmen herausfordernd seien. Auch mit Blick auf die schwächelnde deutsche Autoindustrie meinte er, dass sich auch die AVL "vor diesen Entwicklungen nicht verschließen" könne. Betroffen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Hauptsitz in Graz, die bei der AVL List GmbH angestellt sind. Der Mitarbeiterstand sinke dadurch bis Ende 2024 von 4.300 auf rund 4.100.

In der Aussendung hieß es: "Die globale Automobilindustrie befindet sich in einem investitionsintensiven Transformationsprozess. Gleichzeitig stellen hohe Energie-, Personal-, Material- und Zinskosten die Branche vor große Herausforderungen. AVL reagiert mit kontinuierlichen Anpassungen des Leistungsangebots und Investitionen in die Weiterentwicklung neuer Technologien. Um dem Transformationsprozess gerecht zu werden, reduziert AVL ihre Belegschaft um 70 Stellen am Standort Graz."

Insgesamt werden bis zum Jahreswechsel weitere 130 Personen "aufgrund von Pensionierungen und Streichungen im Stellenplan das Unternehmen verlassen", hieß es weiter. Das Personal sei am Dienstag darüber informiert worden. Hinzu komme die Wettbewerbs- und Beschäftigungssicherungsklausel in den Kollektivverträgen: Da bei der AVL rund 94 Prozent der Bruttowertschöpfung die Personalkosten betreffen, werden die Löhne und Gehälter nicht gleich hoch wie bei anderen Unternehmen in der Metallindustrie steigen, sondern nur um 7 Prozent und maximal 280 Euro brutto, statt 400 Euro. Die Sozialpartner müssten dem noch zustimmen, doch mit dem Betriebsrat habe man sich geeinigt, sagte Tomaschitz. Daher sei die Zustimmung nur noch ein "Formalakt".

AVL hat in den letzten fünf Jahren laut eigenen Angaben rund 1,3 Mrd. Euro in den Transformationsprozess investiert und wolle bis zum Jahr 2026 weitere 700 Mio. Euro in den "Ausbau ihrer Innovationskraft" investieren. "Nach zwei Jahren des Wachstums - mit 10 Prozent im letzten Jahr - müssen wir nun die Ertragskraft des Unternehmens stärken, um die notwendigen Mittel für die Investitionen in die Zukunft bereitzustellen. Die ökonomischen Rahmenbedingungen und der starke internationale Wettbewerb machen diese Kapazitätsanpassung notwendig und schaffen die notwendigen Voraussetzungen für das Vorantreiben neuer Technologien. Ziel ist es, die Position von AVL als innovationsgetriebener, globaler Technologieführer im Mobilitäts- und Energieumfeld weiter auszubauen", sagte Vorsitzender der Geschäftsführung Helmut List.

AVL erzielte im Jahr 2023 mit insgesamt rund 12.200 Mitarbeitenden (2022: 11.200 Mitarbeitende) weltweit, davon 4.300 in Graz, rund 200 Arbeitsplätze mehr gegenüber 2022, einen Umsatz von 2,05 Mrd. Euro (2022: 1,86 Mrd. Euro). Das entspricht einem Zuwachs von rund 10 Prozent, nach einem Wachstum von 18 Prozent im Jahr 2022, hieß es seitens der AVL. "In den nächsten Jahren sind weitere Investitionen in neue Geschäftsfelder abseits der Automobilindustrie geplant. Auf der Agenda stehen neue Forschungs- und Entwicklungsleistungen in den Bereichen Bahn, Schifffahrt und Energie. Bewährte (Antriebs-)Technologien und Lösungen für das Gesamtfahrzeug werden künftig noch stärker durch Software bzw. KI und Automation getrieben. Priorität haben weiterhin grüne Innovationen auf dem Weg Richtung Klimaneutralität. Die vor kurzem abgeschlossene exklusive Kooperation mit Microsoft verdeutlicht die Marktposition und Kompetenz des Unternehmens im Bereich der Digitalisierung", unterstrich das Unternehmen.

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