Gotthard-Durchschlag zum längsten Tunnel der Welt

Der Durchstich beim Gotthard-Basistunnel ist erfolgt: Um genau 14 Uhr 17 hat die Tunnelbohrmaschine "Sissi" den Durchschlag geschafft.

Beobachtet von 200 geladenen Gästen und Medienvertretern, von Tunnelbauarbeitern und Ingenieuren wurde der Gotthard-Basistunnel durchstochen. Nach rund 25 Jahren Planung und zehnjährigem Bau wurden die letzten eineinhalb Meter Fels weggefräst.

Ab 2017 sollen die ersten Züge durch den 57 Kilometer langen Alpen-Tunnel, den längsten Tunnel der Welt, rollen. Durch ihn sollen einmal Hochgeschwindigkeitszüge fahren und helfen, den Gütertransport von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Der rund 7 Milliarden Euro teure Tunnel unter dem Gotthard-Massiv Richtung Italien ist Teil eines großangelegten Verkehrsprojekts. Dahinter steht die Sorge, dass Schwerlaster auf Dauer die Schönheit der alpinen Bergwelt zerstören. Die Schweizer Wähler, die das Vorhaben mit rund 920 Euro pro Kopf bezahlen, billigten den Bau vor fast zwei Jahrzehnten in mehreren Volksabstimmungen.

Die europäischen Verkehrsminister verfolgten den Durchschlag am Freitag während eines Treffens in Luxemburg live. Für sie ist das Projekt der erste von mehreren wichtigen Bahntunneln, die die verstopften Bergstraßen entlasten werden. Ein zweiter würde Lyon in Frankreich mit Turin in Italien verbinden, ein dritter würde zwischen Österreich und Italien durch den Brenner gehen. Die Vorhaben sind allerdings noch weit von der Fertigstellung entfernt und könnten immer noch von Sparmaßnahmen blockiert werden. Schließlich haben die europäischen Regierungen genug zu tun, die Löcher in ihren Haushalten zu stopfen, ohne neue durch die Berge zu bohren.

- APA

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