Trend Logo

Google-Konkurrent Yandex verkauft Russland-Geschäft

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Der Markenname wird nach dem 5 Mrd. Euro schweren Verkauf verschwinden
©APA/APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Der russisch-niederländische Konzern Yandex N.V. mit Sitz in Amsterdam verkauft sein Russlandgeschäft an eine Investorengruppe. "Die Abfindung beläuft sich insgesamt auf 475 Mrd. Rubel" (4,8 Mrd. Euro), teilte das Unternehmen am Montag in einer Pressemitteilung mit. Die Hälfte der Summe werde in bar, die andere in Aktien von Yandex NV bezahlt.

von

Der Technologiekonzern Yandex zieht sich aus seinem Heimatmarkt Russland zurück und verkauft seine Anteile an eine russische Investorengruppe. Der Google-Konkurrent werde sein Russland-Geschäft für 475 Mrd. Rubel (4,8 Mrd. Euro) an ein Konsortium veräußern, an dem unter anderem der Ölriese Lukoil beteiligt sei, teilte Yandex am Montag mit. Nach Abschluss des Geschäfts befände sich das Unternehmen vollständig in russischem Eigentum. Die Marke Yandex werde nicht weitergeführt.

Damit wäre der Abschied des Internetriesen aus dem Kreis westlicher Techkonzerne besiegelt. Die russische Regierung begrüßte den geplanten Verkauf der Vermögenswerte. "Dies ist eines der größten Unternehmen und natürlich ist es für uns wichtig, dessen Arbeit in Russland fortzusetzen", sagte der russische Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow.

Der Kreml hat etwa 18 Monate lang Verhandlungen mit dem Unternehmen geführt, um die russischen Geschäfte von der in den Niederlanden ansässigen Muttergesellschaft abzuspalten.

Moskau waren die Eigentumsverhältnisse der russischen Tochter ein Dorn im Auge, denn das für Russland strategisch wertvolle Unternehmen befindet sich bisher hauptsächlich im Besitz von westlichen Investoren. Zwar sind fast 88 Prozent der Wertpapiere von Yandex im Streubesitz, doch unter den Aktionären befinden sich auch viele westliche Fonds. Das russische Geschäft von Yandex macht fast die gesamten Einnahmen des Konzerns aus, die zukünftig im Land bleiben würden.

Der Verkauf des Internetriesen soll in zwei Stufen erfolgen. Die erste werde voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2024 abgeschlossen. Der Mutterkonzern wird eigenen Angaben zufolge seine Klasse-A-Aktien von der Moskauer Börse nehmen, nachdem Yandex eine neue öffentliche Notierung erhalten hat. Das Unternehmen habe für seine Aktionäre und Nutzer unter "außergewöhnlichen Umständen" die bestmögliche Lösung gefunden, sagte Aufsichtsratsvorsitzender John Boynton.

Der Ausstieg wäre einer der größten seit Beginn des Ukraine-Kriegs. Bereits im August 2022 hatte das Unternehmen angekündigt, seine Nachrichtenseiten und Plattformen an den weitgehend dem russischen Staat nahestehenden Konkurrenten VK zu verkaufen.

Yandex gilt als die russische Antwort auf Google und ist der Branchenprimus im Bereich der Internetsuche in Russland. Daneben entwickelte der Konzern weitere führende Onlinedienste, etwa eine Werbesparte und die Vermittlung von Fahrdiensten. Experten zufolge galt Yandex als eines der wenigen russischen Unternehmen, das das Potenzial hatte, ein globales Geschäft zu werden - bis russische Truppen im Februar 2022 in die Ukraine einmarschierten.

Über die Autoren

Logo
Abo ab €16,81 pro Monat
Ähnliche Artikel
US-Investor Warren Buffet verkündete erneut Rekordgewinn
Nachrichtenfeed
Berkshire mit Rekordgewinn - "Für die Ewigkeit gebaut"
Einigung zwischen EU und Südamerika rückt weiter in die Ferne
Nachrichtenfeed
Paraguay: EU-Mercosur-Gespräche bis Juni auf Eis
Negative Auswirkungen auf Wahlen befürchtet
Nachrichtenfeed
Für OpenAI-Chef wird KI nicht nur Gutes bringen
Verbraucherschützer warnen vor der Billigware
Nachrichtenfeed
Billig-Ware von Temu und Shein verstopfen Luftfracht-Markt
Von der Leyen verweist auf Überprüfung im Jahr 2026
Nachrichtenfeed
Von der Leyen weicht Verbrenner-Aus auf
Mehr als 100.000 Passagiere mussten ihre Pläne ändern
Nachrichtenfeed
Hunderte Lufthansa-Flüge fallen wegen Warnstreik aus
Nachrichtenfeed
Konsum in Russland brummt - Kriegswirtschaft auf Hochtouren
Streit um EU-Lieferkettengesetz dauert an
Nachrichtenfeed
Deutsche Kanzlerpartei SPD besteht auf EU-Lieferkettengesetz
Der Streik soll am Mittwoch in der Früh enden
Nachrichtenfeed
Streik bei der Lufthansa in Deutschland begonnen
++ THEMENBILD ++ Treibstoff, Düngemittel und Strom zu teuer
Nachrichtenfeed
Griechische Bauern wollen Athen mit Traktoren lahmlegen
Der Elektronikhändler MediaMarktSaturn glaubt an den Filialbetrieb
Nachrichtenfeed
MediaMarktSaturn setzt weiter auf die Stadtzentren
Vier Lufthansa-Flüge potenziell von Solidaritätsstreik betroffen
Nachrichtenfeed
Weitere Flugausfälle bei Discover durch Pilotenstreik