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Gewinn der voestalpine 2023/24 zusammengeschmolzen

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Der Gewinn des Stahlkonzerns voestalpine ist in einem insgesamt schwachen konjunkturellen Umfeld zuletzt um mehr als 80 Prozent geschrumpft. Unter dem Strich blieb im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/24 ein Jahresüberschuss von 207,1 Mio. Euro, nach 1,18 Mrd. Euro im Jahr davor. Das geht aus dem aktuellen Geschäftsbericht hervor, den das Unternehmen am Mittwoch veröffentlichte. Auslöser waren millionenschwere Firmenwertabschreibungen.

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Die Einmaleffekte, die auf den operativen Gewinn drückten, im Detail: Zum einen hat die voestalpine im wichtigen Markt Deutschland weiterhin eine Reorganisation am Laufen. "Wir werden Buderus Edelstahl verkaufen - es war nötig die Bewertung anzupassen", erklärte der neue Finanzvorstand Gerald Mayer am Mittwoch bei der Online-Bilanzpressekonferenz und bezifferte das "Impairment" alleine aus diesem Titel mit 140 Mio. Euro. Zum anderen seien die 1,3 Mrd. Euro Firmenwerte des Konzerns jährlich einer Bewertung zu unterziehen, in einem Impairmentverfahren. In Summe habe sich die Abwertung im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 400 Mio. Euro ausgewirkt. Details zum Buderus-Verkauf wurden unter Verweis auf eine Vereinbarung zum Stillschweigen nicht genannt. Derzeit würden Gespräche mit Interessenten geführt.

Das operative Ergebnis der voestalpine ließ 2023/24 gegenüber dem Jahr davor deutlich nach. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging von 2,54 Mrd. auf 1,67 Mrd. Euro zurück, die dazugehörige Marge verringerte sich von 14 auf 10 Prozent. Vor Zinsen und Steuern verkleinerte sich das Ergebnis (EBIT) von 1,62 Mrd. Euro auf 569,3 Mio. Euro. Die EBIT-Marge verschlechterte sich von 8,9 auf 3,4 Prozent. Mittelfristig will die voestalpine ihre EBIT-Marge laut Finanzvorstand Mayer wieder auf 9 Prozent bringen.

"Wir haben ein solides operatives Ergebnis, EBITDA, erreichen können, in einem sehr schwierigen Umfeld und damit die Markterwartungen erfüllt", betonte Konzernchef Herbert Eibensteiner. Der operative Cashflow sei gestiegen - von 956 Mio. auf 1,45 Mrd. Euro, hob der CEO hervor. Weiters sei die Nettofinanzverschuldung in Relation zum Eigenkapital (7,5 Mrd. Euro) auf einem historisch niedrigen Niveau von 22 Prozent verblieben. Das sei auch für die Projekte der Zukunft wichtig, so Eibensteiner mit Blick auf die Transformation der Voest in Richtung grüne Stahlerzeugung (greentec steel) und Dekarbonisierung.

Die Umsatzerlöse hätten zudem den zweithöchsten Wert in der Unternehmensgeschichte erreicht. Sie sanken im Jahresabstand von 18,2 Mrd. auf 16,7 Mrd. Euro. Etwa 50 Prozent des Rückgangs waren laut Finanzvorstand "getrieben durch geringere Mengen, 50 Prozent verursacht von gesunkenen Preisniveaus".

Die Highlights des abgelaufenen Geschäftsjahres waren laut Management die offizielle Eröffnung des Edelstahlwerkes in Kapfenberg (Steiermark) im Oktober 2023 sowie die beiden Spatenstichfeiern für greentec steel sowie die Vergabe der Kernaggregate für die Errichtung von je einem Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz. Mit dieser Technologieumstellung will der Stahl- und Technologiekonzern ab 2027 seine Emissionen um bis zu 30 Prozent reduzieren. Das entspreche einer Einsparung von knapp 4 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr. Das Investitionsvolumen dafür beträgt rund 1,5 Mrd. Euro, eine Milliarde davon in Linz.

An der Börse hat der Stahltechnologiekonzern 2023/24 indes knapp eine Milliarde Euro an Wert eingebüßt: Die Marktkapitalisierung schmälerte sich per 31. März von 5,40 auf 4,46 Mrd. Euro. Der Aktienkurs lag bei 26 Euro (Vorjahresstichtag: 31,28 Euro). Die Dividende soll nun von 1,50 auf 70 Cent je Aktie gekappt werden.

Auf den Personalstand im Konzern hat sich das schlecht gelaufene Geschäftsjahr bisher in Summe nicht ausgewirkt. Per Ende März beschäftigte die voestalpine weltweit 51.589 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) - das war sogar etwas mehr als im Jahr davor (51.202). An manchen Standorten wurden Arbeitsplätze gestrichen, an anderen neue Stellen besetzt.

In Österreich seien keine Jobs gefährdet. "Wir haben ungefähr 24.000 Beschäftigte in Österreich - ich gehe davon aus, dass diese Zahl in etwa konstant bleiben wird", sagte Eibensteiner zur APA. "Wir haben in der voestalpine die Möglichkeit zu atmen", vermerkte er weiters und verwies dabei auf den Abbau von Überstunden beziehungsweise Leihpersonal. Außerdem würden jedes Jahr 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Konzern ausscheiden - Stellen, die gegebenenfalls nicht nachbesetzt würden.

Stabil auch der Ausblick auf das angelaufene Geschäftsjahr 2024/25: Der Vorstand der voestalpine rechnet mit einem EBITDA "in einer Bandbreite von 1,7 bis 1,8 Mrd. Euro", also quasi auf Vorjahresniveau. "Ich glaube, das ist kein verhaltener Ausblick, es ist ein sehr realistischer Ausblick", so Eibensteiner. Der Konzern habe Bereiche wie etwa die Automobil- und Energieindustrie, die sehr stabil laufen, aber immer noch Bereiche wie etwa die Segmente Bau, Maschinenbau und Konsumgüter, die "sehr moderat" unterwegs seien. Gut läuft es für die Voest in der Eisenbahninfrastruktur, der Luftfahrt und der Lagertechnik.

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