Gerücht: AUA steht vor Neugründung

Wird die AUA bald neu? In der Konzernzentrale der AUA-Mutter Lufthansa gibt es "Überlegungen, die stark defizitäre AUA fallen zu lassen und eine neue österreichische Fluggesellschaft auf der Basis ihrer Regionaltochter Tyrolean zu gründen", schreibt die "Süddeutsche Zeitung".

So eine Vorgangsweise wäre für die Lufthansa nicht neu, schließlich sei die Schweizer Tochter Swiss nach der Insolvenz der Swissair aus deren ehemaligem Ableger Crossair entstanden. Auch die belgische Tochter Brussels Airline sei aus der Delta Air Transport, der Regionalsparte der früheren belgischen Fluglinie Sabena, geschaffen worden.

Die Gerüchte kommen in Umlauf, knapp nachdem die AUA-Führung den Bord-Kollektivvertrag gekündigt hat und ihre Mitarbeiter drängt, die wesentlich günstigeren Konditionen der Tyrolean zu akzeptieren. Der neue AUA-Chef Jaan Albrecht wollte sein Sparpaket ursprünglich bis 1. März unter Dach und Fach haben, musste aber einer Verlängerung der Verhandlungen bis Mitte März zustimmen. Am heutigen Freitag gibt es auch eine Betriebsversammlung des Bordpersonals. Der Betriebsrat überlegt seinerseits laut "Standard" den günstigeren Kollektivvertrag der Tyrolean zu kündigen.

AUA-Chef: "Fliegen gegen Berg"
Währenddessen meldet sich AUA-Chef Jaan Albrecht zu Wort: "Wir fliegen gegen einen Berg, da muss man als Pilot ausweichen, links oder rechts vorbei", sagte er. Die AUA sei die letzten sechs, sieben Jahre nie profitabel gewesen. Es habe einige schlechte Jahre gegeben und einige sehr schlechte und bloß einmal einen Ausreißer über die Nulllinie, so der seit 120 Tagen amtierende Airline-Vorstandschef bei einem Vortrag, in dem er das neu aufgesetzte Sparprogramm verteidigte.

Es führe kein Weg daran vorbei, Altlasten zu beseitigen, das Haus "gründlich zu säubern". Im Aufsichtsrat am 13. März gehe es um den Grundstein für das Überleben. Im Streit um den Kollektivvertrag heißt das für den AUA-Chef zu diesem Tag: Entweder ein ganz neuer KV oder der Tyrolean-Vertrag. Die Altverträge seien zum Teil jahrzehntealt und stammten aus einer Zeit, in der Geld da war.

Heute und kommende Woche verhandelt Albrecht "mit dem Ministerium". Von der Republik will er eine Senkung der Ticketsteuer. Bisher hätte er von der Regierungsspitze mündliche Unterstützungszusagen erhalten. Die brauche er nun schriftlich.

APA

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