Geldpolitische Wende: EZB erhöht Zinsen erstmals seit Beginn der Finanzkrise

Die Europäische Zentralbank hat erstmals seit Beginn der Finanzkrise die Zinsen erhöht. Im Kampf gegen die anziehende Inflation hob der EZB-Rat am Donnerstag den Schlüsselzins um einen Viertel Prozentpunkt auf 1,25 Prozent an.

Damit wagt die EZB die geldpolitische Wende, nachdem sie den Zielsatz für Zentralbankgeld seit Mai 2009 auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent belassen hatte.

Die EZB will mit dem Zinsschritt Inflationsgefahren bekämpfen. Vor allem wegen immer teurerer Nahrungsmittel und Energie war die Inflation im Euroraum zuletzt auf 2,6 Prozent geklettert. Damit liegt sie über dem von der EZB formulierten Stabilitätsziel von knapp zwei Prozent.

Der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld war in der Wirtschafts- und Finanzkrise im Mai 2009 auf das Rekordtief von 1,0 Prozent gesenkt worden. Die letzte Leitzinsanhebung gab es am 3. Juli 2008. Damals hob die EZB den Leitzins von 4,0 Prozent auf 4,25 Prozent an.

Höhere Zinsen helfen im Kampf gegen die Inflation, weil Kredite teurer werden - allerdings verteuern sie Kredite und bremsen die Konjunktur. Ein Ausstieg aus dem extrem billigen Geld dürfte daher die hoch verschuldeten Länder wie Irland, Portugal oder Griechenland belasten, deren Wirtschaft bereits unter rigiden Sparprogrammen leidet.

- APA

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