Gegenoffensive Gaddafi-treuer Truppen

Truppen des libyschen Machthabers Gaddafi versuchen, verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Am Mittwoch lieferten sie sich mit Aufständischen heftige Kämpfe um die Öl-Stadt Brega im Osten des Landes. Während Gaddafi sich von seinen Anhängern in Tripolis feiern ließ, versuchten weiterhin Tausende, aus dem Land zu fliehen. Die Arabische Liga lehnte indes ein militärisches Eingreifen in Libyen ab.

Das Staatsfernsehen zeigte aus Tripolis Bilder von einer Feier zum "34. Jahrestag der Herrschaft des Volkes", die in einem Festsaal der Hauptstadt stattfand. Gaddafi wirkte gelöst und zufrieden, während seine Anhänger "Gott, Muammar, Libyen und sonst nichts!" riefen. Gaddafi, der sich 1969 an die Macht geputscht hatte, proklamierte 1977 die "Volksherrschaft" und gründete die "Große Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Jamahiriya".

Westlich der von Aufständischen eingenommenen Stadt Ajdabiyah dauerten die Kämpfe am Mittwoch an. Gaddafi-treue Truppen hatten den Flughafen Marsa al-Brega am Dienstagabend angegriffen. Medienberichte, wonach die Soldaten das Flugfeld unter ihre Kontrolle gebracht hätten, wurden von den Aufständischen zurückgewiesen. Aus gut informierten Kreisen in Tripolis hieß es, Gaddafis Truppen "umzingelten" Brega. Über der Stadt würden Kampfflugzeuge kreisen.

Die Außenminister der Arabischen Liga berieten unterdessen in Kairo. Der irakische Außenminister Zebari erklärte, die Geschehnisse in Libyen seien eine "arabische Angelegenheit", die von den Arabern selbst gelöst werden müsse. An Gaddafi und dessen Regierung appellierte er, entschiedene Schritte zu unternehmen, um das Blutvergießen zu stoppen und "den Willen des Volkes zu erfüllen."

Die USA verlegen wegen der Unruhen in Libyen zwei Landungsschiffe und Hunderte Marineinfanteristen ins Mittelmeer. Dort könnten sie falls nötig bei Evakuierungen helfen und humanitäre Hilfe leisten, sagte US-Verteidigungsminister Gates.

Das Flüchtlings-Hochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) hat an die Weltgemeinschaft appelliert, Hunderte Flugzeuge zur Rettung von Flüchtlingen an der libysch-tunesischen Grenze zu entsenden. Dort warteten derzeit Menschenmassen auf einer Fläche von der Größe mehrerer Fußballfelder "in eisiger Kälte" auf eine Weiterreise, sagte UNHCR-Sprecherin Wilkes.

- APA

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