Gaddafi-Regime nach Kampf um Tripolis vor dem Ende

Ein halbes Jahr nach dem Beginn des Aufstandes gegen Muammar al-Gaddafi steht das libysche Regime vor dem Ende. Rebellenkämpfer lieferten sich am Montag schwere Gefechte um die Residenz Gaddafis in der Hauptstadt Tripolis, ohne dass der Aufenthaltsort des seit 42 Jahren herrschenden Gaddafi bekannt war. Zwei Söhne des Despoten wurden festgenommen, ein dritter unter Hausarrest gestellt.

Die Aufständischen meldeten auf ihren Internetseiten, dass sie größere Teile von Tripolis unter ihre Kontrolle gebracht hätten. Kämpfe gebe es noch um das Gebäude des Staatsfernsehens. Die Leibgarde von Gaddafi habe die Waffen gestreckt. Anhänger Gaddafis kämpfen aber in mehreren Widerstandsnestern gegen die Aufständischen. Der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera berichtete unter Berufung auf die Führung der Aufständischen, dass Panzer aus dem Hauptquartier in Tripolis vorstießen. Dabei feuerten sie auf Zivilisten.

Am frühen Montagmorgen brachten die Rebellen auch den Grünen Platz im Herzen von Tripolis unter ihre Kontrolle. Fernsehsender zeigten Hunderte von Menschen, die auf dem Platz in der Nähe des Anwesens von Gaddafi feierten und Freudenschüsse abgaben. In der Rebellenhochburg Benghazi und anderen Städten wurden in der Nacht Feuerwerkskörper gezündet und Freudenschüsse abgefeuert.

Im Kampf um die Hauptstadt bekamen die Aufständischen am Montag Verstärkung. Aus ihrer östlich gelegenen Hochburg Misrata seien mehr als 1.000 Bewaffnete nach Tripolis vorgestoßen, meldeten die Aufständischen. Die Kämpfe konzentrierten sich demnach auf das Gebiet um die Residenz von Gaddafi.

Im Westen von Tripolis nahmen die Rebellen laut Al-Jazeera drei Söhne von Gaddafi gefangen, darunter den mit internationalem Haftbefehl gesuchten Saif al-Islam. Er sei gemeinsam mit seinem Bruder Al-Saadi in einem Touristendorf festgesetzt worden, berichtete ein Sprecher der Aufständischen. Der älteste Sohn, Mohammed al-Gaddafi, wurde in seinem Anwesen unter Hausarrest gestellt.

Gegen Gaddafi, seinen Sohn Saif al-Islam und seinen Schwager, den Geheimdienstchef Abdullah Senussi, liegen internationale Haftbefehle vor. Ihnen werden schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH) rief den libyschen Übergangsrat in Benghazi deshalb auf, Saif al-Islam nach Den Haag zu überstellen.

- APA

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