G-20-Länder wollen ihre Schulden abbauen

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer haben sich bei ihrem Treffen in Cannes einem Entwurf zufolge darauf geeinigt, die Binnennachfrage zu stärken und ihre Schulden abzubauen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) soll als weltweite Finanzfeuerwehr mehr Geld für Krisenstaaten bereitstellen können. Auch der Bereich der sogenannten Schattenbanken soll künftig überwacht werden.

Auch Schwellenländer mit Überschüssen hätten sich bereit erklärt, stärker auf Binnenmarkt-gestütztes Wachstum zu setzen, hieß es aus Cannes. Das Statement enthält zudem länderspezifische Pläne für den Abbau von Schulden und Verpflichtungen zur Stabilisierung von Schulden. Auch die USA bekennen sich dem Entwurf zufolge dazu, die Erholung mit kurzfristigen Maßnahmen zu stützen. Zudem wolle China beim Wechselkurs seiner Währung mehr Flexibilität zeigen. Insgesamt sprechen sich die G-20 dafür aus, sich schneller auf ein flexibles und markt-orientiertes Wechselkurssystem zuzubewegen.

IWF als Finanzfeuerwehr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) soll als weltweite Finanzfeuerwehr mehr Geld für Krisenstaaten bereitstellen können. Die G-20-Länder beschlossen laut dpa, dass der IWF künftig kurzfristige Liquiditätskredite ausgeben kann, um Länder rasch und vorbeugend vor einer Ansteckung durch Finanzkrisen zu schützen. Diese Liquiditätslinien könnten auch von Euro-Ländern genutzt werden.

Überdies soll der Bereich der sogenannten Schattenbanken künftig überwacht werden. Dabei handelt es sich um Institutionen, die - wie einige Hedgefonds - im Prinzip wie Banken handeln, aber nicht wie Banken beaufsichtigt werden.

Schattenbanken

Vorerst soll der Finanzstabilitätsrat (FSB) bis Ende 2012 Methoden entwickeln, um diesen Bereich einkreisen zu können. So sollen riskante Spekulationsgeschäfte künftig besser kontrolliert werden können. Generell wollen die G-20 den FSB "reformieren" und dessen Möglichkeiten und Ressourcen stärken. Der Finanzstabilitätsrat soll dem Entwurf zufolge mit einer "rechtlichen und einer größeren finanziellen Unabhängigkeit" ausgestattet werden. Chef des FSB war bisher Mario Draghi, der in dieser Woche an die Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) wechselte. Den Nachfolger müssen die G-20-Länder benennen.

Der FSB wollte zum Abschluss des G-20-Gipfels am Freitag auch eine Liste von 29 global systemrelevanten Banken veröffentlichen, die sich wegen ihrer Größe und Bedeutung besser als andere gegen Pleitegefahren schützen müssen. Dazu sollen ihnen strengere Auflagen zur Eigenkapitalquote gemacht werden.

Geplant war am Freitag auch die Unterzeichnung einer Vereinbarung der G-20-Länder gegen Steuerflucht, die unter anderem den automatischen Austausch von Informationen und gleichzeitige Finanzkontrollen vorsieht. Außerdem soll es "Garantien" für die Vertraulichkeit ausgetauschter Informationen geben.

- APA, Red.

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