G-20-Gipfel über IWF-Reform und schärfere Bankenregeln einig

Der Gipfel der führenden Wirtschaftsnationen (G-20) ist sich über die größte Reform in der Geschichte des IWF einig. Nach Jahren des wirtschaftlichen Booms bekommen China und andere aufstrebende Volkswirtschaften mehr Macht im Internationalen Währungsfonds. Zudem müssen Banken rund um den Globus in den nächsten Jahren Milliardenbeträge für eine bessere Risikovorsorge aufbringen.

Das so genannte Basel-III-Abkommen soll verhindern, dass bei der nächsten Krise Geldinstitute wieder mit Milliarden aus der Steuerkasse gerettet werden müssen. Noch offen sind zusätzliche Kapitalregeln für die Schwergewichte auf den Finanzmärkten, die rund um den Globus im großen Stil Geschäfte machen. Die Regeln sollen 2011 festgezurrt werden.

Im Streit um die Bewertung weltweiter Handelsungleichgewichte und Währungspolitik zeichnete sich ebenfalls ein Kompromiss ab. Die Fortschritte seien "sehr ermutigend", sagte ein Vertreter der USA. Der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak forderte alle Staaten auf, Zugeständnisse zu machen.

Grundsätzlich haben sich die Staaten verpflichtet, auf eine Abwertung der Währungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Wirtschaft zu verzichten, und stärker marktbestimmte Wechselkurssysteme anzustreben. Zudem wollen sie Ungleichgewichte abbauen und so exzessive Handelsdefizite und -überschüsse reduzieren. Ein früherer Vorschlag der USA, diese auf vier Prozent der Wirtschaftsleistung zu begrenzen, scheiterte jedoch am Widerstand von Exportnationen wie China, Deutschland und Japan.

Im Streit um die Währungspolitik werfen die USA China seit langem vor, seine Währung künstlich niedrig zu halten. Nachdem die US-Notenbank Fed vergangene Woche eine Finanzspritze in Höhe von 600 Milliarden Dollar zur Stützung der angeschlagenen US-Wirtschaft ankündigte, stehen die USA nun jedoch selber in der Kritik. Insbesondere Berlin und Peking werfen ihnen vor, den Dollar drücken zu wollen, um ihre Exporte zu fördern.

- APA

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