Fünf Jahre Haft für französischen Skandalhändler Jerome Kerviel

Der französische Börsenhändler Jerome Kerviel, der den größten Spekulationsverlust aller Zeiten verursacht hat, ist heute in Paris zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Der vorsitzende Richter Dominique Pauthe befand Kerviel in allen drei Anklagepunkten für schuldig: Neben Vertrauensmissbrauch waren das Fälschung und die betrügerische Eingabe von Daten in das Computersystem der zweitgrößten französischen Bank. "Die von der Verteidigung vorgelegten Elemente lassen nicht darauf schließen, dass die Societe Generale die betrügerischen Handlungen von Jerome Kerviel kannte", sagte Pauthe in seiner Begründung. Der ehemalige Banker habe seine Kompetenzen überschritten, indem er ohne Wissen der Bank Spekulationen "gigantischen Ausmaßes" vorgenommen habe. Kerviel habe die Weltfinanzordnung in Gefahr gebracht.

Kerviel hatte mit bis zu 50 Mrd. Euro spekuliert und die Societe Generale damit an den Rand des Ruins gebracht. Der Angeklagte hatte in dem Prozess, der im Juni zu Ende ging, "Irrtümer" eingeräumt, aber die Bank für seine Spekulationen verantwortlich gemacht. Seine Vorgesetzten hätten nicht nur von seinen Geschäften gewusst, sondern ihn auch dazu ermutigt. Es sei ihm nur darum gegangen, "Geld für die Bank zu verdienen".

Der heute 33-Jährige muss der Societe Generale die 4,9 Mrd. Euro zurückzahlen, die die Großbank durch seine Geschäfte 2008 verlor. Bei seinem derzeitigen Verdienst bräuchte er mehr als 170.000 Jahre - wenn er seinen gesamten Verdienst abgeben würde.

- Red/APA

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