Trend Logo

FMSG rüttelt nicht an den Vergabekriterien für Wohnkredite

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min

Immo-Kredite: Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) empfiehlt keine Änderung der KIM-Verordnung.

©iStockphoto
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed

Bei seiner gestrigen Sitzung hat das Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) die Entwicklungen bei den Wohnbaufinanzierungen zwar diskutiert, jedoch keine Änderungen bei der sogenannten KIM-Verordnung empfohlen. Im Vorfeld hatten sich zahlreiche Bank-Chefs sowie Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) für weitere Lockerungen bei den seit dem Vorjahr geltenden verschärften Regeln für die Vergabe von Wohnbaukrediten ausgesprochen.

von

Bei seiner gestrigen Sitzung hat das Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) die Entwicklungen bei den Wohnbaufinanzierungen zwar diskutiert, jedoch keine Änderungen bei der sogenannten KIM-Verordnung empfohlen. Im Vorfeld hatten sich zahlreiche Bank-Chefs sowie Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) für weitere Lockerungen bei den seit dem Vorjahr geltenden verschärften Regeln für die Vergabe von Wohnbaukrediten ausgesprochen.

Seit der strengeren Auslegung der Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung (KIM-VO) dürfen Wohnbaukredite nicht mehr länger als 35 Jahre laufen, der Eigenmittelanteil muss mindestens 20 Prozent betragen, die Rückzahlungsrate darf maximal 40 Prozent des verfügbaren Nettoeinkommens ausmachen. Im Februar 2023 wurden die Regelungen für die Zwischenfinanzierung etwas gelockert.

"Die neu vergebenen Wohnimmobilienkredite in Österreich zeichnen sich nach wie vor durch einen hohen und wieder gestiegenen Anteil an variabel verzinsten Krediten aus, obwohl fixe Zinsen für Wohnimmobilienkredite derzeit günstiger sind als variable Zinsen", schreibt das FMSG in einer Aussendung vom Dienstag. Die Standards bei der Kreditvergabe hätten sich dennoch im ersten Halbjahr 2023 verbessert. Mehr als die Hälfte der Institute würde die Ausnahmekontingente zu weniger als 50 Prozent ausnützen.

Auch die systemischen Risiken der Wohnkreditvergabe seien im Gremium diskutiert worden. "Zwar wirkt die geringere Neukreditvergabe dämpfend auf das erhöhte systemische Risiko, dieser Effekt wird allerdings durch andere Entwicklungen, wie den Rückgang der Immobilienpreise, den Anstieg der Zinsen und die schlechtere Entwicklung der Einkommen mehr als kompensiert", so das FMSG.

Im Hinblick auf die Kapitalpuffer für Banken empfiehlt das FMSG der Finanzmarktaufsicht (FMA), den antizyklischen Kapitalpuffer bei 0 Prozent der risikogewichteten Aktive zu belassen. Mit dem antizyklischen Kapitalpuffer soll laut Definition auf der FMA-Homepage sichergestellt werden, dass die Eigenmittelanforderungen im Bankensektor der makroökonomischen Situation Rechnung tragen. Das heißt, dass in wirtschaftlich guten Zeiten mit einem höheren Puffer Kapital aufgebaut und das Kreditwachstum gedämpft werden soll, während der Puffer in wirtschaftlich schlechteren Zeiten wieder verringert werden kann, um so Kapital freizusetzen und einer Verknappung des Kreditangebots entgegenzuwirken.

Das FMSG empfiehlt weiters, die Steiermärkische Bank und Sparkassen AG in die Liste der systemrelevanten Institute aufzunehmen. Die Pufferhöhen für die bisher gelisteten systemrelevanten Institute bleiben unverändert.

Das FMSG existiert seit 2014 und besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Finanzministeriums, des Fiskalrats, der Finanzmarktaufsicht und der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Aufgabe des Gremiums ist die Stärkung der Finanzmarktstabilität. Das FMSG kann Empfehlungen an die Finanzmarktaufsicht (FMA) und Risikohinweise geben.

Über die Autoren

Logo
Abo ab €16,81 pro Monat
Ähnliche Artikel
Die Bundesregierung will Verbraucherrechte im Energiesektor stärken
Nachrichtenfeed
Sondergesetz soll mehr Wettbewerb am Energiemarkt bringen
Wintersaison: Bereinigt um Inflation und Kalendertage durchwachsen
Nachrichtenfeed
Tourismus - Nächtigungsrekord mit sparsameren Urlaubern
Inflation sinkt in Österreich auf niedrigsten Wert seit September 2021
Nachrichtenfeed
Inflation im April bei 3,5 % - Fünfthöchster Wert in EU
Weitere Proteste in mehreren Bundesländern geplant
Nachrichtenfeed
Fahrradboten setzen Warnstreiks nach Pfingsten fort
Fahrradboten ritten zum Warnstreik für mehr Lohn aus
Nachrichtenfeed
Fahrradboten ritten zum Warnstreik für mehr Lohn aus
Arbeitsmarkt 2023: Teilzeitquote stabil, viele Überstunden
Nachrichtenfeed
Arbeitsmarkt 2023: Teilzeitquote stabil, viele Überstunden
Ausbau der Ladestellen kommt rasch voran
Nachrichtenfeed
Elektroautos im Vormarsch, aber hohe Preise schrecken ab
Die Addiko Bank könnte an die slowenische Bank gehen
Nachrichtenfeed
Addiko Bank rückt ins Visier von Investoren
Der Vertrag von ÖBAG-Chefin Hlawati wurde bis Februar 2027 verlängert
Nachrichtenfeed
ÖBAG-Chefin will Dividende für Infrastruktur zweckwidmen
Viele Unternehmen sind nach dem Angriff Russlands geblieben
Nachrichtenfeed
Nur wenige ausländische Firmen kehrten Russland den Rücken
Selbstbediener-Kassen haben sich in Österreich noch nicht durchgesetzt
Nachrichtenfeed
Hofer will in bis zu 200 Filialen Selbstbedienungskassen
Diesel-Preise gehören zu den Preistreibern in der Landwirtschaft
Nachrichtenfeed
Entlastungspaket soll Bauern 20 Cent/Liter Diesel bringen