Fitch senkt Ausblick für US-Rating auf negativ

Die Ratingagentur Fitch hat den Ausblick für die Bewertung der Kreditwürdigkeit der USA von stabil auf negativ gesenkt. Sie begründet dies mit dem Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern im Kongress. Damit ist die Chance, dass die Bewertung von der Bestnote AAA in den nächsten zwei Jahren herabgestuft wird, etwas mehr als 50 Prozent. Auch Frankreichs Ausblick könnte gesenkt werden.

Fitch nannte als Hintergrund der Entscheidung auch das unsichere Wachstumspotenzial der US-Wirtschaft. Solange die wirtschaftlichen Kapazitäten nicht ausgelastet würden und die Arbeitslosigkeit hoch bleibe, steige das Risiko, dass Produktionsverluste und Steuerausfälle höher als bisher erwartet ausfallen könnten.

Die Staatsverschuldung der USA war zuletzt auf mehr als 15 Billionen Dollar (11,3 Billionen Euro) angewachsen, was rund 100 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht. Ein solch hoher Schuldenstand würde eine Reaktion der US-Regierung auf künftige Krisen erschweren. Im Sommer war das Land nur knapp der Zahlungsunfähigkeit entgangen, weil Demokraten und Republikaner im Kongress sich wochenlang über die Anhebung der Schuldenobergrenze stritten. Ein überparteilicher Kongressausschuss, der einen Plan zur Haushaltssanierung ausarbeiten sollte, beendete seine Mission vergangene Woche ohne Ergebnis.

Die Ratingagentur Standard & Poor's könnte einem Zeitungsbericht zufolge in den kommenden zehn Tagen auch den Ausblick für Frankreichs Spitzenbonität auf negativ senken. S&P hätte dies bereits am vergangenen Freitag mitteilen wollen, die Ankündigung aber aus unbekannten Gründen verschoben, berichtete die französische Zeitung "La Tribune" unter Berufung auf mehrere ungenannte Quellen. Ein S&P-Sprecher wollte sich zu dem Bericht auf Anfrage nicht äußern. Der Euro tendierte als Reaktion kurzzeitig etwas schwächer.

-Apa, Red.

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