Trend Logo

Fiskalratschef: KV-Verhandlungen heuer im "Dilemma"

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Badelt sieht heuer in den KV-Verhandlungen ein "Dilemma"
©APA/APA/ROLAND SCHLAGER/ROLAND SCHLAGER
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Morgen findet die erste Verhandlungsrunde zum Metaller-KV statt. Dabei fordert die Gewerkschaft ein Plus von 11,6 Prozent, was Wirtschaftsforscher als "moderat" einstufen. ÖVP-Arbeits- und -Wirtschaftsminister Martin Kocher sieht schwierige Voraussetzungen. In der ORF-"Pressestunde" am Sonntag betonte er, dass die Inflation gedrückt werden müsse. Die Regierung stehe bereit, wenn die Sozialpartner sie riefen. Fiskalratspräsident Christoph Badelt sah indes heuer ein "Dilemma".

von

Morgen findet die erste Verhandlungsrunde zum Metaller-KV statt. Dabei fordert die Gewerkschaft ein Plus von 11,6 Prozent, was Wirtschaftsforscher als "moderat" einstufen. ÖVP-Arbeits- und -Wirtschaftsminister Martin Kocher sieht schwierige Voraussetzungen. In der ORF-"Pressestunde" am Sonntag betonte er, dass die Inflation gedrückt werden müsse. Die Regierung stehe bereit, wenn die Sozialpartner sie riefen. Fiskalratspräsident Christoph Badelt sah indes heuer ein "Dilemma".

Es sei klar, dass die Arbeitnehmer für den Ausgleich des Reallohnverlusts kämpften, sagte Badelt in der ORF-Sendung "Hohes Haus". Ein Ausgleich sei positiv für die Kaufkraft und auch für die Wirtschaft, vor allem wenn diese wie derzeit schwächle. Andererseits seien die Löhne ein starker Kostenfaktor. Das gelte zwar nicht so stark für die Metallindustrie, besonders aber für den Dienstleistungssektor dessen Kollektivverträge - wie etwa im Einzelhandel - in der Folge verhandelt werden. In der Industrie sei aber auch schon ein Abschwung gegeben, in denen zusätzliche Kostensteigerungen nicht günstig seien. "Sie werden hier keine ideale Lösung finden", bedauerte Badelt.

Zwar seien die letzten Lohnsteigerungen nicht ursächlich für die Teuerung - die in Österreich seit längerem und derzeit über dem Durchschnitt der Eurozone liegt - aber "trotzdem ist eine Spirale eine Spirale", sagte wiederum Kocher in der "Pressestunde". Er bedauerte, dass schon bei den letzten Verhandlungen kaufkraftstützende Maßnahmen der Regierung wenig Eingang gefunden hätten. Steuerfreie Einmalzahlungen die der Finanzminister ermöglichen wollte, wurden und werden von der Gewerkschaft abgelehnt.

Und heuer? "Wir stehen bereit, wenn von der Regierung Dinge gebraucht werden, um die Lohnverhandlungen zu unterstützen und konzertiert vorzugehen. Ein solcher Wunsch muss aber von den Sozialpartnern kommen", sagte der Politiker und gelernte Ökonom. Auch heuer sei der Finanzminister bereit, über steuerfreie Einmalzahlungen zu sprechen. Das müsse sich aber im Verhandlungsergebnis niederschlagen.

Grundsätzlich gab sich Kocher "überzeugt, dass beide Seiten (Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter der Wirtschaftskammer bzw. Gewerkschaft, Anm.) wissen, welche Verantwortung sie in dieser Lage haben". Die Inflation müsse runter, die Kaufkraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden. Neue Maßnahmen wie Deckel auf Preise schloss Kocher aus, die bisherigen Maßnahmen sollen ihre Wirkung entfalten.

Einer gesetzlichen Arbeitszeitverkürzung auf 32 Stunden bei vollem Lohnausgleich erklärte der Minister eine Absage. Das sei derzeit einfach nicht realistisch. Forderungen in diese Richtung könnten in KV-Verhandlungen thematisiert werden, gesetzlich werde vorerst aber nichts gemacht.

Dass das Budget fürs Arbeitsmarktservice (AMS) sinken dürfte, kommentierte Kocher ausweichend. Er setze sich jedenfalls für ein "gutes Budget" ein.

Über die Autoren

Logo
Abo ab €16,81 pro Monat
Ähnliche Artikel
Photovoltaik-Paneele über Obstkulturen produzieren nicht nur Strom
Nachrichtenfeed
Photovoltaik über Obstbau schützt vor Regen und Frost
Die Bundesregierung will Verbraucherrechte im Energiesektor stärken
Nachrichtenfeed
Sondergesetz soll mehr Wettbewerb am Energiemarkt bringen
Inflation sinkt in Österreich auf niedrigsten Wert seit September 2021
Nachrichtenfeed
Inflation im April bei 3,5 % - Fünfthöchster Wert in EU
Wintersaison: Bereinigt um Inflation und Kalendertage durchwachsen
Nachrichtenfeed
Tourismus - Nächtigungsrekord mit sparsameren Urlaubern
Weitere Proteste in mehreren Bundesländern geplant
Nachrichtenfeed
Fahrradboten setzen Warnstreiks nach Pfingsten fort
Fahrradboten ritten zum Warnstreik für mehr Lohn aus
Nachrichtenfeed
Fahrradboten ritten zum Warnstreik für mehr Lohn aus
Arbeitsmarkt 2023: Teilzeitquote stabil, viele Überstunden
Nachrichtenfeed
Arbeitsmarkt 2023: Teilzeitquote stabil, viele Überstunden
Die Addiko Bank könnte an die slowenische Bank gehen
Nachrichtenfeed
Addiko Bank rückt ins Visier von Investoren
Ausbau der Ladestellen kommt rasch voran
Nachrichtenfeed
Elektroautos im Vormarsch, aber hohe Preise schrecken ab
Der Vertrag von ÖBAG-Chefin Hlawati wurde bis Februar 2027 verlängert
Nachrichtenfeed
ÖBAG-Chefin will Dividende für Infrastruktur zweckwidmen
Viele Unternehmen sind nach dem Angriff Russlands geblieben
Nachrichtenfeed
Nur wenige ausländische Firmen kehrten Russland den Rücken
Selbstbediener-Kassen haben sich in Österreich noch nicht durchgesetzt
Nachrichtenfeed
Hofer will in bis zu 200 Filialen Selbstbedienungskassen