Facebook begnügt sich mit 1 Milliarde aus Goldman-Fonds

Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook ist wählerisch bei seinen Investoren: Statt wie erwartet 1,5 Milliarden Dollar (1,109 Mio. Euro) aus einem von der US-Investmentbank Goldman Sachs aufgelegten Fonds anzunehmen, begnügt sich Facebook mit 1 Milliarde Dollar. "Unser Geschäft gedeiht anhaltend gut", sagte Facebook-Finanzchef David Ebersmann am Freitag im kalifornischen Palo Alto. "Mit dieser Finanzspritze haben wir nun mehr Freiheiten, kommende Möglichkeiten zu nutzen." Noch sei das Geld aber nicht verplant.

Das Facebook-Engagement von Goldman Sachs hatte hohe Wellen geschlagen. Die Börsenaufsicht SEC schaltete sich wegen des privaten Aktienverkaufs abseits der Börse ein. Es bestand die Sorge, dass das Geschäft gegen US-Gesetze verstößt, weil Facebook seine Finanzdaten bisher geheim hält. Goldman Sachs bekam kalte Füße und bot die Facebook-Anteile letztlich nur Kunden außerhalb der USA an. Dennoch sei der Ansturm enorm gewesen, teilte Facebook mit. Es hätten längst nicht alle Anfragen von Investoren bedient werden können.

Facebook will sich ähnlichen Ärger künftig ersparen und kündigte an, seine Finanzdaten spätestens vom 30. April 2012 an zu veröffentlichen. Nach den US-Gesetzen müssen auch Firmen, die nicht börsennotiert sind, ihren Gewinn und Umsatz preisgeben, wenn sie mehr als 500 Anteilseigner haben. Diese Schwelle werde irgendwann dieses Jahr geknackt, ließ Facebook wissen - und zwar unabhängig von dem Goldman-Geschäft. Möglich wäre auch, dass Facebook gleich an die Börse geht.

Goldman Sachs hat zusammen mit der russische Investmentfirma Mail.ru (früher Digital Sky Technologies) zusätzlich 500 Millionen Dollar aus der eigenen Tasche in Facebook gesteckt und bekommt dafür im Gegenzug ebenfalls Aktien. Die Bewertung des sozialen Netzwerks klettert durch die neue Finanzierungsrunde auf satte 50 Milliarden Dollar, wie Facebook jetzt bestätigte. Damit ist Facebook schon heute fast soviel Wert wie der US-Autokonzern General Motors. Das Online-Netzwerk hat inzwischen mehr als 550 Millionen Mitglieder und ist damit als Werbeplattform höchst interessant geworden.

- APA

Wirtschaft

12 Fragen: Den Brexit verstehen

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Versicherung

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession

Wirtschaft

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession