EZB lässt Leitzins unverändert bei 1,25 Prozent

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt den Leitzins im Euro-Raum vorerst unverändert bei 1,25 Prozent - trotz der anziehenden Inflation. Das hat der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) bei seiner auswärtigen Ratssitzung in Helsinki beschlossen, wie die EZB mitteilte.

Der Euro verlor anschliessend deutlich und rutschte unter die Marke von 1,48 Dollar. Zudem zog der Goldpreis an.

Im April hatten die Währungshüter den wichtigsten Zins zur Versorgung der Geschäftsbanken im Euro-Raum mit Zentralbankgeld erstmals seit fast genau zwei Jahren leicht angehoben. Damit verabschiedeten sie sich von ihrer Krisenpolitik des extrem billigen Geldes.

Die Inflation zog zuletzt weiter an und erreichte im April im Euro-Raum 2,8 Prozent. Sie entfernte sich damit noch weiter vom Zielwert der Notenbank von knapp unter zwei Prozent. Angesichts der steigenden Preise und der guten Konjunktur ist es nach Ansicht von Experten nur eine Frage der Zeit, wann die EZB erneut an der Zinsschraube dreht. Volkswirte erwarten, dass die Notenbank den Leitzins in den nächsten Monaten in kleinen Schritten auf 2,0 Prozent anheben wird. So sollen der Preisdruck gesenkt und die Kaufkraft in Boom-Ländern wie Deutschland erhalten werden. Höhere Zinsen verteuern aber auch Kredite. Daher könnten sie Gift für die Erholung der Konjunktur sein und vor allem einen Aufschwung in Krisenstaaten wie Irland, Griechenland und Portugal noch schwieriger machen.

Zusätzlich stärkt der Ausblick auf weiter steigende Zinsen den Euro. Denn während die EZB geldpolitisch einen Gang zurückgeschaltet hat, steht die US-Notenbank Fed noch voll auf dem Gaspedal und pumpt hohe Summen in den Geldkreislauf. Die Bank of England (BoE) beließ ihren Leitzins am Donnerstag auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent.

- APA

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