EZB kritisiert hohe Devisenreserven der Schwellenländer

Das EZB-Direktoriumsmitglied reagierte damit darauf, dass insbesondere China und andere Schwellenländer Devisenreserven im Wert von etwa 6.500 Milliarden Dollar (4.940 Mrd. Euro) halten.

"Ursprünglich haben die Schwellenländer die Devisenreserven aus Vorsicht gegen ökonomische Schocks angelegt, wie in der Asienkrise", sagte Asmussen der "Financial Times Deutschland" (Montag-Ausgabe) laut Vorausbericht. "Doch in einigen Schwellenländern hat das Ausmaße erreicht, die sich nicht mit Vorsicht erklären lassen, sondern ein zu rigides Wechselkursregime widerspiegeln."

Das übermäßige Anhäufen von Währungsreserven habe zu Verzerrungen im globalen Finanzsystem beigetragen. Darüber werde beim Treffen der Finanzminister und Notenbanker der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) Ende der Woche in Mexico City gesprochen. "Man ist sich einig, dass das Anhäufen von Währungsreserven ein Risiko darstellt, aber es gibt bislang kein Ergebnis", sagte Asmussen weiter.

Enorme Summen

Das EZB-Direktoriumsmitglied reagierte damit darauf, dass insbesondere China und andere Schwellenländer Devisenreserven im Wert von etwa 6.500 Milliarden Dollar (4.940 Mrd. Euro) halten, davon 2.100 Milliarden Dollar in US-Staatsanleihen. Ursprünglich hatten diese Länder die Reserven als Reaktion auf Krisen angehäuft, bei denen ihnen die Devisen ausgingen und sie Nothilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit strengen Auslagen akzeptieren mussten.

Den Status des Euro als zweitwichtigste Reservewährung nach dem Dollar sieht Asmussen trotz der Eurokrise nicht bedroht. "Der Euro hat heute einen Anteil an den Weltwährungsreserven von 26 Prozent und war in den letzten Jahren stabil", so der Ökonom. Dem Reservestatus des Euro helfe, dass die Welt sich auf ein multipolares Währungssystem zubewege. "Der Dollar bleibt auf absehbare Zeit die wichtigste Reserve- und Transaktionswährung", sagte Asmussen. Aber andere Währungen gewännen an Gewicht. "Das sind der Euro und auf mittlere Frist - also in einem Zeithorizont bis 2030 - der chinesische Renminbi." Eine größere Rolle könne der Renminbi aber nur spielen, wenn China seinen Kapitalverkehr liberalisiere. "Das setzt eine Reform des chinesischen Bankensektors und Finanzsystems voraus." Der Renminbi sei aber noch einen weiten Weg von einer voll konvertierbaren Währung entfernt.

APA/hahn

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