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EY: Fachkräftemangel "größter Stolperstein" für Unternehmen

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EY: Personalmangel insbesonders in Gesundheit, Tourismus und Industrie
©APA/APA/dpa/Tom Weller
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Der Fachkräftemangel stellt für heimische mittelständische Betriebe noch vor der schwierigen wirtschaftlichen Lage eine besondere Belastung dar. Das geht aus einer am Dienstag präsentierten aktuellen Umfrage des Beratungsunternehmens EY hervor. Demnach bezeichneten zwei Drittel der Firmen den Fachkräftemangel als "sehr bzw. eher große" Gefahr für die Entwicklung ihres Unternehmens. 82 Prozent fällt es jedoch "sehr bzw. eher" schwer, qualifiziertes Personal zu finden.

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Der Fachkräftemangel stellt für heimische mittelständische Betriebe noch vor der schwierigen wirtschaftlichen Lage eine besondere Belastung dar. Das geht aus einer am Dienstag präsentierten aktuellen Umfrage des Beratungsunternehmens EY hervor. Demnach bezeichneten zwei Drittel der Firmen den Fachkräftemangel als "sehr bzw. eher große" Gefahr für die Entwicklung ihres Unternehmens. 82 Prozent fällt es jedoch "sehr bzw. eher" schwer, qualifiziertes Personal zu finden.

Der Fachkräftemangel sei der "größte Stolperstein" für die Firmen - noch vor anderen Faktoren, erläuterte EY-Experte Erich Lehner am Dienstag in einem Pressegespräch zu der repräsentativen Umfrage. Während 62 Prozent der Betriebe die Inflation als eine "sehr bzw. eher große" Gefahr sehen, ist es für 56 Prozent der wirtschaftliche Abschwung. Für mehr als die Hälfte seien die hohen, stark schwankenden Rohstoff- bzw. Energiepreise bedrohlich.

Lehner verwies zudem auf die geringe Beschäftigungsdynamik. Nur mehr jeder fünfte Betrieb (21 Prozent) will laut der EY-Studie in den kommenden Monaten zusätzliche Beschäftigte einstellen. Der Wert ist demnach genauso hoch wie vor einem Jahr, allerdings planen 18 Prozent der Unternehmen Stellenstreichungen - so viel, wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr.

"Obwohl sich die Konjunktur eingetrübt hat, die Unternehmen weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen wollen, ist trotzdem der Fachkräftemangel hier", erklärte Lehner. "Das ist ein nachhaltiges Thema, das uns noch die nächsten Jahre verfolgen wird."

Besonders schwer gestaltet sich die Suche nach geeignetem Personal im Gesundheitsbereich, in dem 89 Prozent der Betriebe angaben, es sei "sehr oder eher" schwer neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeitende zu finden. Auf Platz zwei rangiert der Tourismus mit 87 Prozent und die Industrie mit 81 Prozent.

Bei 45 Prozent der befragten Betriebe verursachte die Personalnot bereits "erhebliche bzw. geringfügige" Umsatzeinbußen. Auch hier ist der Gesundheitsbereich (69 Prozent), der Tourismus (50 Prozent) und die Industrie (40 Prozent) besonders betroffen.

Als Hauptursachen für den Fachkräftemangel nannten 58 Prozent der Unternehmen, die (mangelnde) Bereitschaft Vollzeit zu arbeiten. Für Lehner ist dies ein "kurzfristiges Phänomen, das durch die Pandemie verstärkt" wurde. Der Trend, nur mehr Teilzeit zu arbeiten, sei massiv gestiegen, so der Experte. Zudem werde sich das Problem der mangelnden Ausbildung und Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber, das von knapp der Hälfte der Unternehmen als Hauptursache genannt wurde, in den nächsten Jahren verstärken.

92 Prozent der befragten Unternehmen setzten bereits Maßnahmen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Darunter fällt die Flexibilisierung der Arbeitszeiten, die Intensivierung der Aus- und Weiterbildung sowie das Angebot von attraktiven Zusatzleistungen. Außerdem wünschen sich 60 Prozent der Betriebe von der Regierung Bildungsförderungen für qualifizierte Fachkräfte, verstärkte Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen sowie gezielte Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften.

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