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Der Euro-Stoxx-50 konnte mit plus 0,31 Prozent erstmals die Marke von 6.000 Punkten überwinden und zum Sitzungsende auf 6.016,30 Einheiten klettern. Der Frankfurter DAX hat am Montag nach einem zunächst stabilen Börsenauftakt an seinen zum Jahresbeginn wieder aufgenommenen Rekordlauf angeknüpft. Der deutsche Leitindex gewann 0,57 Prozent auf 25.405,34 Punkte. Der britische Leitindex FTSE-100 verbesserte sich um 0,16 Prozent auf 10.140,70 Punkte.
Deutliche Verluste mussten Aktien aus dem Freizeit- und Reisesektor einstecken, deren Teilindex 1,4 Prozent verlor. Er setzte damit seine Konsolidierung nach dem jüngsten Hoch seit dem Frühjahr 2021 fort. Die Papiere der AUA-Mutter Lufthansa verloren zum Wochenstart ein Prozent an Höhe.
Eine neue Leitlinie der Europäischen Union für den Import von Elektroautos aus China hat die Auto-Aktien belastet. Im DAX war BMW mit einem Abschlag von 1,7 Prozent der größte Verlierer. Volkswagen büßte 1,3 Prozent ein. Die Papiere der Porsche Holding und von Mercedes-Benz verloren jeweils knapp ein Prozent.
Die Aktien der Porsche AG sackten sogar um sechs Prozent ab. Ein Händler verwies als zusätzliche Belastung für die Papiere des Sportwagenbauers auf Aussagen des Managements bei einer Analystenkonferenz, wonach die Markterwartungen zum Jahresschluss zu hoch sein könnten.
In der Gunst der Anleger standen die Bankenwerte. Investoren schauen gespannt auf die in dieser Woche startende Berichtssaison großer US-Banken. Am Dienstag wird diese von JPMorgan eröffnet. Laut dem Barclays-Experten Jason Goldberg liegt der Fokus auf dem 2026er Ausblick.
Als Banken-Belastung kamen jedoch Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der Kreditkartenanbietern drohte, sollten sie nicht die von ihm geforderte Obergrenze für Kreditkartenzinsen einhalten. Dies zeigte sich in Europa bei der britischen Barclays-Bank mit einem relativ hohen Abschlag von 2,4 Prozent. Auch die Titel großer US-Anbieter wie Visa oder Mastercard mussten im New Yorker Handel Kursabschläge verbuchen.
Die Aktien von Heineken wurden mit einem Abschlag von 4,1 Prozent von einem Chefwechsel belastet. Dolf van den Brink hat bekannt gegeben, dass er den Brauereikonzern Ende Mai verlassen wird. Er soll danach im Zuge des Übergangs aber noch beratend zur Verfügung stehen für seinen jetzt gesuchten Nachfolger. Laut Simon Hales von der Citigroup kommt sein Ausscheiden zwar nicht völlig unerwartet, aber früher als gedacht.
In Paris sprangen die Aktien von Abivax um mehr als fünf Prozent auf 104 Euro hoch, nachdem Kepler Cheuvreux mit einem Kursziel von 130 Euro zum größten Optimisten unter den Analysehäusern aufstieg. Dies wurde in der Studie von Analystin Justine Telliez mit einer größeren Überzeugung für ein derzeit entwickeltes Medikament gegen entzündliche Darmerkrankungen begründet.
Die Aktien von Beiersdorf profitierten in Frankfurt mit plus 3,1 Prozent von einer Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank sowie einer positiven Studie von Bernstein Research. Die Aussichten für Europas Konsumgüter- und Nahrungsmittelkonzerne blieben durchwachsen, die meisten negativen Aspekte schienen jedoch bereits eingepreist zu sein, schrieb Deutsche-Bank-Analyst Tom Sykes.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND