Europas Leitbörsen bleiben im Minus

Die europäischen Aktienmärkte kommen auch am Freitag nicht zur Ruhe und tendierten zu Mittag weiterhin mit Verlusten.

Um 12.30 Uhr weitete der DAX in Frankfurt seine ohnehin schon sehr deutlichen Vortagesverluste aus und notierte mit 5.402,95 Punkten und einem Minus von 199,85 Einheiten oder 3,57 Prozent. Zeitweise ist der Index auf den tiefsten Stand seit November 2009 gefallen.

Die Wiener Börse hat sich bei gutem Volumen weiterhin mit sehr schwacher Tendenz gezeigt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2.087,16 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 37,15 Punkten bzw. 1,75 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -2,29 Prozent, FTSE/London -1,66 Prozent und CAC-40/Paris -1,78 Prozent.

Der FT-SE-100 der Börse London ermäßigte sich um 112,0 Zähler oder 2,20 Prozent auf 4.980,23 Stellen. Der 50 führende Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 sank um 68,05 Einheiten oder 3,08 Prozent auf 2.138,56 Punkte. Zwischenzeitlich gab der europäische Leitindex sogar um mehr als 4 Prozent nach.

Die Angst vor einer sich abkühlenden Weltkonjunktur und einer weiteren Verschärfung der Schuldenkrisen auf beiden Seiten des Atlantiks treibt den Ausverkauf an den Aktienmärkten weiter voran. Vor dem Wochenende sicherten offenbar viele Investoren ihre Depots vor schlechten Nachrichten ab, was den Markt zusätzlich unter Druck setze, kommentierte ein Händler. Was den Aktienmärkten schadet kommt dem Goldkurs zugute: Das Edelmetall hat erstmals die Marke von 1.850 Dollar überschritten. Auch Staatsanleihen der Euro-Kernländer konnten zum Wochenausklang zulegen.

Anleger stießen erneut Autoaktien in größerem Maße ab, nachdem Goldman Sachs in einer Branchenstudie zahlreiche Kursziele gesenkt hatte. Der entsprechende Teilsektor büßte rund 5 Prozent ein, wobei BMW (minus 4,52 Prozent) und Daimler (minus 4,02 Prozent) zu den schwächsten Aktien zählten. Auch Finanzwerte wurden erneut schwer gebeutelt. UniCredit und Societe Generale landeten auf den hintersten Rängen im europäischen Leitindex, während sich Royal Bank of Scotland in London um 5,74 Prozent verbilligten.

Die Aktien des Softwareunternehmens Autonomy sprangen unterdessen um beachtliche 74 Prozent auf 2.486 Pence, nachdem sich Hewlett-Packard bereiterklärt hatte, das britische Unternehmen um 10,3 Mrd. Dollar zu übernehmen. Der Kaufpreis entspricht einem satten Aufschlag auf den Unternehmenswert. Vor diesem Hintergrund konnten auch andere Softwaretitel zulegen. So stiegen etwa Software AG in Frankfurt um 1,71 Prozent auf 27,01 Euro und Temenos Group legten in Zürich 3,26 Prozent auf 14,25 Franken zu.

- APA

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