Europa und USA uneins über Schritte gegen Wirtschaftsabschwung

Die Eurozone und die USA wollen gemeinsam gegen einen drohenden Wirtschaftsabschwung vorgehen. "Wir haben uns zu einer starken und international abgestimmten Antwort auf diese Herausforderungen verpflichtet", sagte Eurogruppen-Chef Juncker am Freitag in Breslau nach einem Treffen der Euro-Finanzminister mit ihrem US-Kollegen Timothy Geithner. Uneinigkeit herrscht jedoch über die nötigen Mittel.

Juncker sprach von "klaren Zeichen" für einen Abwärtstrend in der Weltwirtschaft gegen die "starke Maßnahmen auf weltweiter Ebene" ergriffen werden sollten. Die US-Regierung, die selbst mit einem hohen Schuldenberg kämpft, hatte sich zuletzt besorgt über Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise auf die Weltwirtschaft gezeigt und die Europäer zum Handeln aufgefordert.

Eine gemeinsame Linie fanden beide Seiten in Breslau aber offenbar nicht. Finanzministerin Fekter berichtete von Meinungsverschiedenheiten über die nötigen Instrumente. Geithner habe die Runde "darauf eingeschworen, mehr Geld in die Hand zu nehmen", um den Finanzsektor zu stabilisieren und den Euro-Rettungsfonds aufzustocken.

Der deutsche Finanzminister Schäuble habe daraufhin erwidert, dass dies allein mit Steuergeld wahrscheinlich nicht in der Dimension möglich sei, in der sich die USA dies vorstellten, berichtete Fekter. Daher befürworteten die Europäer eine Steuer auf Finanztransaktionen, die jedoch Geithner abgelehnt habe. Der US-Minister kritisierte mit Blick auf Griechenland im Anschluss vor Bankenvertretern das Krisenmanagement der Europäer.

Über die Auszahlung der nächsten lebensnotwendigen Kredittranche für das hoch verschuldete Griechenland wollen die Euro-Finanzminister erst bei ihrer kommenden Sitzung Anfang Oktober entscheiden. Zuvor soll die Troika von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds feststellen, ob Athen bei der Umsetzung der vereinbarten Sparmaßnahmen "im Plan" liegt.

Doch nicht alle drei Troika-Chefs schaffen es, wie geplant am Montag zu Unterredungen in Athen einzutreffen. Die Verzögerung habe "technische Gründe", sagte ein Vertreter des griechischen Finanzministeriums. Damit keine Zeit vergeudet werde, werde Finanzminister Venizelos stattdessen eine Telefonkonferenz mit den Inspektoren abhalten. Ohne die Auszahlung der nächsten Tranche über acht Milliarden Euro aus dem 110 Milliarden Euro großen ersten Rettungspaket für Griechenland droht dem Staat die Pleite.

- APA

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