Europa vor Änderungen am Euro-Rettungskonzept

Die Europäer steuern unter dem Druck weltweiter Kritik auf Korrekturen an ihrem noch nicht einmal umgesetzten Krisenbekämpfungskonzept für Griechenland und andere hoch verschuldete Länder zu. Am Rande der IWF-Jahrestagung öffnete der deutsche Finanzminister Schäuble am Samstag die Tür für signifikante Änderungen an den bisherigen Plänen.

So ließ er offen, ob den Banken letztlich eine noch höhere Beteiligung am nächsten Hilfepaket für Griechenland abverlangt wird. Der Forderung vieler Länder wie USA und China, ihren Euro-Rettungsschirm EFSF massiv aufzustocken, wollen die Europäer zwar nicht nachkommen, doch sie wollen dem Fonds mit anderen Instrumenten mehr "Feuerkraft" verleihen. Zudem könnte der geplante dauerhafte Krisenhilfemechanismus ESM schon früher kommen als 2013, wie es bisher geplant ist.

Griechenlands Finanzminister Venizelos äußerte sich trotz massiver Zweifel an den Sanierungsbemühungen seines Landes zuversichtlich, dass es die benötigte nächste Milliardenzahlung aus dem erste Hilfeprogramm bald bekommen wird. Er versicherte, Griechenland werde in der Euro-Zone bleiben und auch nicht Pleite gehen.

Auf der IWF-Tagung mussten sich die Euro-Länder heftige Kritik gefallen lassen. Viele Staaten, gerade auch Schwellen- und Entwicklungsländer, warfen den Europäern vor, mit ihrer Schuldenkrise zunehmend andere Teile der Welt nach unten zu ziehen.

In der Diskussion über das Hilfe-Instrumentarium, das die Euro-Länder auf ihrem Gipfel am 21. Juli beschlossen hatten, steht derzeit der vorläufige Rettungsschirm EFSF im Vordergrund. Unter anderem die USA, China und Kanada fordern, sein Volumen für Kredithilfen von den geplanten 440 Milliarden Euro massiv auszuweiten. Das wollen die Europäer bisher nicht.

- APA

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