Euro-Zone ringt um neue Hilfe für Griechenland

Nach dem Geheimtreffen der großen Euro-Länder läuft die Debatte über ein zweites Hilfspaket für Griechenland auf Hochtouren. Ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion als Lösung der Schuldenkrise wird von allen Seiten kategorisch ausgeschlossen. Griechenland wehrt sich gegen die neuerliche Herabstufung durch die Ratingagentur Standard Poor's (SP).

Nach Medienberichten sind aber längere Laufzeiten und niedrigere Zinsen für das 110 Milliarden Euro schwere erste Rettungspaket sowie eine Umschuldung im Gespräch. Die Ratingagentur Standard Poor's (SP) stufte die Kreditwürdigkeit Griechenlands um weitere zwei Noten herab. Die Bonitätsnote werde von bisher "BB-" auf "B" reduziert, teilte SP mit. Der Ausblick für die Kreditwürdigkeit bleibe auch nach der Herabstufung negativ. Es droht also eine weitere Herabstufung.

Griechenland setzt sich dagegen zu Wehr. Seit der letzten Herabstufung Ende März habe es keine neuen negativen Entwicklungen oder Entscheidung gegeben, teilte das griechische Finanzministerium in Athen mit. Damit sei die abermalige Herabstufung nicht gerechtfertigt, so das Ministerium.

"Rating-Entscheidungen sollten auf objektiven Daten, politischen Ankündigungen und realistischen Annahmen über die wirtschaftliche Bedingungen basieren. Nicht auf Marktgerüchten oder Presseberichten." Damit spielt das Ministerium offensichtlich auf vergangenen Freitag an, als Meldungen über einen möglichen Austritts Griechenlands aus der Währungsunion die Runde machten.

Das österreichische Finanzministerium hält einen zuletzt diskutierten Austritt Griechenlands aus der Eurozone für "den größtmöglichen ökonomischen Unsinn". Der Sprecher des Ressorts, Harald Waiglein, erklärte am Montag auf Anfrage der APA, die ganze Diskussion über Umschuldung oder Austritt habe lediglich dazu geführt, dass die Zinssätze für zehnjährige Staatsanleihen extrem gestiegen seien, was wiederum den Weg von Griechenland erschwere, auf den Sanierungspfad zurückzukommen.

Auch für die deutsche Regierung ist ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone kein Thema. "Ein Austritt Griechenlands aus dem Euro stand nie und steht nicht zur Debatte", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Am Freitag hatte Spiegel-Online über solche Überlegungen in der griechischen Regierung berichtet und damit für Unruhe an den Devisenmärkten gesorgt.

- APA

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