Euro-Staaten wappnen sich auch für eine Griechenland-Pleite

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben am Donnerstagabend bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel Trotz des zweiten Rettungspakets für Griechenland treffen die Euro-Staaten auch Vorsorge für den Fall einer Staatspleite des hoch verschuldeten Landes. Es werde zwar alles darangesetzt, eine Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise zu verhindern, sagte der deutsche Finanzminister Schäuble der "Bild am Sonntag" . Gleichzeitig müsse man aber auf alles vorbereitet sein.

Auch Österreichs Bundeskanzler Faymann meinte am Sonntag in der ORF-TV-"Pressestunde", er könne eines Staatspleite für Griechenland nicht ausschließen, da er nicht wisse, ob die Bevölkerung den Sparkurs mittragen wird. Nach Ansicht der slowakischen Ministerpräsidentin Iveta Radicoca ist das südeuropäische Land bereits faktisch pleite.

Ein Scheitern des Sparprogramms in Griechenland würde die Stabilität der Euro-Zone als Ganzes in Gefahr bringen und schwere Folgen für die Weltwirtschaft haben, warnte Schäuble. Die Europäische Union hatte für ihren zweiten Rettungsversuch Griechenlands einen strikten Sparkurs verlangt. Dieser soll bis spätestens Dienstag vom Parlament verabschiedet werden. Die Regierung kann aber nur auf eine knappe Mehrheit setzen.

Das Sparprogramm wird von der Opposition und der Bevölkerung hart bekämpft. EU und Internationaler Währungsfonds (IWF), der sich an den neuen, über Jahre laufenden Hilfen ebenfalls beteiligt, verlangen aber einen nationalen Konsens, damit der Sparkurs nach einem Regierungswechsel nicht geändert wird. Sollten die Abgeordneten die Sparpläne der griechischen Regierung ablehnen, könnten keine Kredite mehr vergeben werden, mahnte Schäuble. Der Minister zeigte sich jedoch überzeugt, dass dies am Ende gelingen werde.

Auch die Finanzwirtschaft soll sich an dem zweiten Rettungsversuch für Griechenland beteiligen. Anreize sollten dafür aber nicht geschaffen werden, bekräftigte Schäuble. "Alle Gläubiger Griechenlands haben ein ureigenes Interesse daran, dass die Lage stabil bleibt." Einem Bericht des "Le Figaro" zufolge, haben französische Banken ihr Okay für die Umschuldung Griechenlands gegeben.

- APA

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