Euro-Staaten einigen sich auf Griechenland-Paket

Die Euro-Staaten haben sich am Donnerstagabend auf ein zweites Rettungspaket für das hochverschuldete Griechenland inklusive der Beteiligung durch die privaten Gläubiger geeinigt. Griechenland wird künftig bis zu 30 Jahre Laufzeiten für Kredite aus dem Euro-Rettungsfonds erhalten.

Dies kündigten Ratspräsident Van Rompuy und EU-Kommissionschef Barroso nach Ende des Euro-Krisengipfels in Brüssel an.

Der Gipfel hat entschieden, die derzeitige Laufzeit von 7,5 Jahren auf mindestens 15 Jahre bis zu 30 Jahre zu strecken, mit einer rückzahlungsfreien "Gnadenfrist" von zehn Jahren. Laut der Gipfelerklärung bekommt Griechenland die Kredite künftig zu einem reduzierten Zinssatz von 3,5 Prozent. Das neue Griechenland-Hilfspaket hat ein Gesamtvolumen in Höhe von 109 Milliarden Euro bis zum Ende der Laufzeit Mitte 2014.

Verwirrung herrschte zunächst über die Höhe der Beteiligung des Privatsektors. Laut Bundeskanzler Faymann hätten sich Banken und Versicherungen grundsätzlich zu einer Beteiligung von 37 Milliarden Euro bereit erklärt. Dazu kämen 20 Milliarden Euro durch die nun geschaffene Möglichkeit, Kredite zurückzukaufen. Obwohl die Euro-Gruppe "klare richtige Beschlüsse" gefasst und Sofortmaßnahmen beschlossen habe, habe es sich doch um eine Notoperation gehandelt. Details müssten noch ausgearbeitet werden.

EZB-Chef Trichet sagte nach dem Gipfel, die Beteiligung des Privatsektors werde eine Ausnahme bleiben und sei freiwillig. Den Ausdruck "credit event" wollte er nicht akzeptieren.

Der provisorische Rettungsschirm EFSF soll künftig auch präventiv Euro-Ländern Geld zur Verfügung stellen dürfen. Der Fonds soll auf dem Sekundärmarkt europäische Anleihen kaufen dürfen. EFSF-Geld sollen auch Euro-Staaten erhalten können, die kein Rettungsprogramm erhalten haben. Banken in den betroffenen Ländern sollen rekapitalisiert werden können.

Frankreichs Präsident Sarkozy bezeichnete dies als Schaffung eines "Europäischen Währungsfonds". Die deutsche Kanzlerin Merkel, sagte, die Euroländer hätten gezeigt, dass sie handlungsfähig seien. "Die Lage war wirklich ernst", sie habe sich zu einer systemischen Bedrohung für die Eurozone und für den Aufschwung in Europa und weltweit entwickelt, erklärte Van Rompuy.

Der griechische Ministerpräsident Papandreou sagte, das Paket bringe eine Entlastung für die Bürger seines Landes. "Wir sind ein stolzes Volk", betonte er. Der Gipfelbeschluss sei ein "europäischer Erfolg".

- APA

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