Euro-Schuldenkrise: Norwegischer Staatsfonds zieht die Notbremse

Der norwegische Staatsfonds hat sämtliche Positionen an irischen und portugiesischen Staatsanleihen verkauft. Zuvor hatte er eine Teilnahme am griechischen Anleihetausch abgelehnt und gewarnt, dass Europa vor erheblichen Herausforderungen stehe.

Der 610 Mrd. Dollar schwere Staatsfonds namens Government Pension Fund Global hat im ersten Quartal, gemessen an einem Währungskorb, einen Ertrag von 7,1 Prozent oder 234 Mrd. Kronen (30,94 Mrd. Euro) erzielt. Die Aktienpositionen verzeichneten ein Plus von 11 Prozent, während die festverzinslichen Anlagen einen Zuwachs von 1,6 Prozent aufwiesen.

Der Fonds hatte in diesem Jahr den griechischen Anleihetausch abgelehnt, da er nicht damit einverstanden war, schlechter als die Europäische Zentralbank gestellt zu werden. Er hat auch seine Staatsanleihepositionen in Italien und Spanien verringert im Rahmen einer allgemeineren Strategie einer Reduzierung der Investments in Europa. Hingegen hat er Staatsanleihen aus Schwellenländern wie Brasilien, Mexiko und Indien zugekauft.

“Berechenbarkeit ist wichtig für einen langfristigen Investor, und der Euroraum steht vor erheblichen strukturellen und geldpolitischen Herausforderungen”, erklärte Yngve Slyngstad, Vorstandsvorsitzender von Norges Bank Investment Management, in einer Erklärung.

Betroffen von Hellas-Haircut

Griechenland hat den größten Anleihetausch in der Geschichte durchgeführt, bei dem private Investoren Verbindlichkeiten von mehr als 100 Mrd. Euro abschreiben mussten. Vor dem Anleihetausch hielt der norwegische Staatsfonds eigenen Angaben zufolge griechische Bonds im Volumen von 1,3 Mrd. Kronen. Seine Bestände an italienischen Papieren sind von 33 Mrd. Kronen Ende 2011 auf 26,6 Mrd. Kronen gesunken. Das Engagement bei spanischen Anleihen wurde von 18 Mrd. Kronen auf 15,6 Mrd. Kronen zurückgefahren.

“Wir schauen uns nicht nur die fünf Länder, sondern die Situation insgesamt an”, erläuterte Slyngstad. “Wir sind wegen der Lage im Euroraum besorgt. In vielen Ländern gibt es makroökonomische Probleme.”

Bloomberg/hahn

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