Euro-Länder drängen Portugal unter Rettungsschirm

Die Europäische Zentralbank und eine Mehrheit der Euro-Länder drängen einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge darauf, dass nach Irland auch Portugal einen Antrag auf EU-Hilfen stellt. Portugals Banken seien zwar nicht so hoch verschuldet wie die irischen Finanzinstitute, aber bei ihren Geschäften ebenfalls auf Geld der EZB angewiesen.

Dem Blatt zufolge wollen die Europäer durch ihren Druck auf die Regierung in Lissabon Spanien vor einer Rettungsaktion bewahren. "Wenn Portugal den Schirm nutzen würde, wäre das für Spanien gut, weil das Land in Portugal stark engagiert ist", zitierte die Zeitung aus Kreisen des Bundesfinanzministeriums. Das Ministerium war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Wirtschaftsexperten machten sich angesichts der sich zuspitzenden Finanzkrise in Europa unterdessen für eine Aufstockung des Euro-Rettungsschirms stark. Wie die deutsche "Bild"-Zeitung am Freitag berichtet, schlägt das Hamburgische WeltWirtschafts-Institut (HWWI) eine Erhöhung des Garantierahmens um 500 Milliarden Euro auf 1,25 Billionen Euro vor.

Damit solle sichergestellt werden, dass neben Irland und möglicherweise auch Portugal und Spanien weitere Länder den Rettungsschirm nutzen können. Zur Beruhigung der Märkte sollte die Aufstockung "so schnell wie möglich" gemacht werden, sagte HWWI-Finanzexperte Henning Vöpel der Zeitung.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, hält sogar eine Verdoppelung des Garantierahmens auf 1,5 Billionen Euro für "vorstellbar". Zimmermann warnte jedoch, das Schuldenproblem in der Eurozone lasse sich auf diese Art nicht dauerhaft lösen. "Um den Euro zu sichern und die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen, müssen endlich Banken und Versicherungen an den Lasten beteiligt werden", sagte der DIW-Chef der "Bild"-Zeitung.

- APA

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