Euro-Gruppe stellt Weichen für EFSF-Hebelung ohne konkrete Zahl

Die Euro-Gruppe hat Dienstagabend die Weichen für die EFSF-Hebelung - ohne Nennung konkreter Zahlen - gestellt. Die Erhöhung der Effizienz des Euro-Rettungsschirms werde durch zwei Optionen erfolgen, die im Dezember bzw. im Jänner 2012 starten sollen. Der Vorsitzende der Euro-Gruppe Juncker bestätigte die Auszahlung von Hilfstranchen an Griechenland und Irland.

Er betonte, dass er "bezüglich Italien keine Sorgen" habe. EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Rehn erklärte nach der Sitzung knapp vor Mitternacht, die Euro-Gruppe habe sich auf die Schaffung eines stärkeren finanziellen Schutzwalls und die Schaffung einer Stabilitätsunion konzentriert. Allerdings "haben wir kein Allheilmittel, das uns aus der Krise helfen kann", sagte Rehn.

Der Vorsitzende des EFSF, Klaus Regling, erklärte, mit den beiden Optionen für die Hebelung könne der EFSF auf dem Primär- und dem Sekundärmarkt Bonds verkaufen und somit die Mittel anheben. Was die Risikogarantie betrifft, werde für neu ausgegebene Wertpapiere eines Mitgliedstaates ein Zertifikat beigefügt. Dieses Zertifikat sei ein "Hebel auf Zeit, wie Bonds, kann aber auch abgetrennt und getrennt behandelt werden". Die Schutzhöhe betrage 20 bis 30 Prozent, je nach Situation und Marktlage. Diese teilweise Risikoabdeckung werde nur bei Notfallprogrammen genutzt.

Beim Ko-Investitionsfonds würden öffentliche und private Mittel zugeführt. "Die werden eine Tochtergesellschaft des EFSF sein und drei Tranchen zur Maximierung ausgeben können". Der EFSF werde die erste Tranche finanzieren, die privaten Investoren würden aufgefordert, die Beteiligungstranche zu finanzieren. Die dritte werde über die Ausgabe von Anleihen finanziert. Die lukrierten Mittel könnten auch zur Rekapitalisieurng von Banken genutzt werden, sagte Regling. Er verwies darauf, dass "viele Investoren Interesse gezeigt" hätten. Jedenfalls gebe es die Absicht, im Dezember auf kurzfristige Märkte zu gehen. Damit könnte auch die irische Tranche vorfinanziert werden, die Mitte Jänner ausbezahlt werde.

Juncker sprach von wesentlichen Fortschritten beim EFSF-Hebel. Es seien die notwendigen Schutzwälle gegen die Krise errichtet worden und "wir tun alles erdenkliche, um die Finanzstabilität der Eurozone zu wahren". Die beiden Optionen für die Hebelung "können auch kombiniert eingesetzt werden". Außerdem "prüfen wir weitere Optionen für ein Leveraging des EFSF unter Berücksichtigung der Märkte und der Marktentwicklungen.

- APA

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