EU und Südkorea beschließen wegweisendes Freihandelsabkommen

Nach dreijährigen Verhandlungen hat die EU ein Freihandelsabkommen mit Südkorea abgeschlossen, das als Eisbrecher zum Abbau weiterer Handelsbarrieren mit Asien gilt.

Der belgische Außenminister und amtierende EU-Ratsvorsitzende und der südkoreanische Handelsminister Jon Hoon Kim setzten am Mittwoch auf einem EU-Südkorea-Gipfel in Brüssel ihre Unterschrift unter das Abkommen. Dieses schreibt fest, dass beide Partner in drei bis fünf Jahren fast sämtliche Handelszölle für die Industrie und für Landwirtschaftsprodukte abschaffen. Auch der Dienstleistungssektor wird liberalisiert. Brüssel erwartet davon ein Plus im Handelsvolumen von jährlich 19 Mrd. Euro und mittelfristig eine Verdoppelung des Waren- und Dienstleistungsaustausches. Südkorea erhofft sich ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 5 Prozent jährlich. Der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak erklärte Mittwoch in Brüssel, es könnten auch hunderttausende zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.

Italien setzte durch, dass das Abkommen ein halbes Jahr später als geplant am 1. Juli kommenden Jahres in Kraft tritt. Rom erreichte damit eine längere Schonfrist für den Autobauer Fiat, der die südkoreanische Konkurrenz besonders fürchtet.

Vor dem Inkrafttreten muss in einem letzten Schritt noch das EU-Parlament zustimmen, was als sicher gilt. Das Votum wird für das Frühjahr erwartet. Die Abgeordneten wollen sicherstellen, dass das Parlament Schutzklauseln aktivieren kann, die bei einem kritischen Hochschnellen der Importe aus Seoul eine befristete Wiedereinführung von Zöllen ermöglichen.

- Red/APA

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