EU-Kommission genehmigt Übernahme von Europapier durch Heinzel-Gruppe

Die EU-Kommission hat grünes Licht für die Übernahme der Papierhandels-Tochter des internationalen Papier- und Verpackungskonzerns Mondi durch die österreichische Heinzel-Gruppe gegeben.

Die Übernahme werde weder den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) noch in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern, teilte die EU-Wettbewerbsbehörde heute, Freitag, mit.

Heinzel stellt in Österreich und Estland Zellstoff her und handelt über weltweite Vertriebsstellen mit Zellstoff und Papier. Das derzeit vom Mondi-Konzern kontrollierte, ebenfalls österreichische Unternehmen Europapier ist im Papiergroßhandel tätig und verfügt insbesondere in Mittel- und Osteuropa über Lager und Handelsvertretungen.

Der Zusammenschluss werfe keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf, da er nicht zu nennenswerten Überschneidungen auf den betreffenden Märkten führe, heißt es. Außerdem habe die Marktuntersuchung der Kommission ergeben, dass die Stellung von Europapier auf dem Großhandelsmarkt für Feinpapier in Österreich und Slowenien angesichts des geringen Anteils von Heinzel an den vorgelagerten Handelsmärkten nicht die Gefahr einer Marktabschottung berge. Die Übernahme wurde am 2. September 2010 bei der Kommission angemeldet.

Der Gesamtkaufpreis für 100 Prozent der Anteile und Schuldenübernahme beläuft sich wie berichtet auf 60 Mio. Euro. Die entsprechende Vereinbarung wurde Anfang Mai 2010 unterzeichnet. Heinzel plant, den Bereich Handel weiter auszubauen und den Umsatz langfristig von derzeit rund 400 Mio. Euro um weitere 5 Prozent zu steigern. Die Gruppe will durch die Übernahme ihre Schlüsselposition im Zellstoff-, Karton- und Papierhandel in Westeuropa, Osteuropa, Nordafrika, Mittleren Osten und Asien ausbauen.

Europapier mit Sitz in Wien ist stark in Osteuropa vertreten. Betrieben werden Standorte in Bosnien Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei und Slowenien. Das abgelaufene Jahr wurde mit einem Verlust von 6,5 Mio. Euro abgeschlossen.

Zu der unter dem Dach der Heinzel Holding vereinten Heinzel Gruppe zählt mit der Wilfried Heinzel AG eines der weltweit führenden Handelshäuser für Zellstoff und Papier. Mit ihren Tochtergesellschaften Zellstoff Pöls AG, Biocel Paskov a.s. und dem assoziierten Werk AS Estonian Cell zählt die Gruppe außerdem zu den größten Herstellern von Marktzellstoff in Mittel- und Osteuropa.

- APA

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