Erste Group: Nettogewinn gesteigert, Gesamtergebnis aber -3,1%

Der Nettogewinn der Erste Group ist 2010 um 12,4 Prozent auf 1,015 Milliarden Euro gestiegen. Nach Berücksichtigung von Buchungen gegen das Eigenkapital gab es aber einen Gesamt-Ergebnisrückgang um 3,1 Prozent. Die Bank, die in der Krise vor zwei Jahren als erstes heimisches Institut Staatshilfe erhalten hat, will dennoch die 1,2 Mrd. Euro heuer noch auf einen Schlag zurückzahlen.

Die Erste Group musste 2010 mehr als zwei Milliarden Euro für Vorsorgen und Wertberichtigungen für faule Kredite einstellen. Die Risikokosten sanken nur um 1,2 Prozent, teilte die Bank am Freitag mit. In Osteuropa gab es Verluste von 37,5 Millionen Euro in der Ukraine-Tochter und in Ungarn von knapp 22 Millionen Euro. In Österreich und Tschechien sowie der Slowakei gab es deutliche Ergebnissteigerungen. Rumänien bilanzierte positiv, hier sank der Gewinn allerdings fast auf ein Zehntel.

Außerordentliche Aufwendungen wegen Bankensteuer

Für 2011 macht der Vorstand auf außerordentliche Aufwendungen in Höhe von 135 Millionen Euro aus den Bankensteuern in Österreich und Ungarn aufmerksam, die das Nettoergebnis des Konzerns belasten würden. Die Ertragskraft sei aber verbessert, deshalb könne das Institut auch das staatliche Partizipationskapital ohne weitere Kapitalmaßnahme zurückführen, hieß es in der Mitteilung.

Konzernchef Treichl (Bild oben) kündigte unterdessen an, die erhaltene Staatshilfe noch 2011 zurückzahlen. Er bevorzuge die Tilgung der gesamten Summe von 1,2 Mrd. Euro Partizipationskapital auf einen Schlag. Seit voriger Woche ist die Bank über die Rückzahlungsmodalitäten mit der Republik einig.

Über den genauen Rückzahlungszeitraum dürfte die Bank nach dem ersten Quartal berichten. Sinnvoll wäre es noch im ersten Halbjahr, da man sich dadurch die Hälfte des Jahreszinssatzes ersparen würde.

'Gaddafi-Geld nicht nur sperren, dem Volk zurückgeben'

Klartext spricht Andreas Treichl auch zur Causa der umstrittenen Gaddafi-Gelder: "Wenn Sie mich fragen: Ich halte es für eine grauenhafte Situation, wenn Menschen, die ihre Bevölkerung über Jahre bestohlen haben, in ein anderes Land gehen, dort Asyl bekommen" und dort mit dem gestohlenen Geld lebten. Er, Treichl, sei dafür, "dass man das total einfriert und auch den Menschen dort zurück gibt, wo man es gestohlen hat. Und das so schnell wie möglich."

In Österreich sei die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) zuständig für das Einfrieren von Bankkonten, so Harald Waglein, Sprecher des Finanzministeriums in Wien gegenüber der APA. Diese könnte aber erst nach einem EU- oder UNO-Beschluss aktiv werden.

- (APA; m. loc)

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